News aus der Region

Von Nepal in den Hunsrück

Spektakuläres Ereignis: Über die Geierlay-Hängeseilbrücke im Hunsrück

Da heißt es erst mal tief durchatmen: In 100 Metern Höhe führt die Geierlay-Hängeseilbrücke über eine bewaldete Schlucht im Hunsrück. Wer da nach unten blickt, kann schon mal ein mulmiges Gefühl bekommen oder den Eindruck, dass er am liebsten wieder umkehren möchte. Die allermeisten entscheiden sich freilich anders und genießen das Abenteuer und den Adrenalin-Kick.

360 Meter lang ist die nach nepalesischem Vorbild erbaute Hängeseilbrücke, die seit ihrer Eröffnung im Jahre 2015 über eine Million Besucher angelockt hat. Wie kommt man hin? Sie parken ihr Auto im nahen Besucherzentrum in Mörsdorf und spazieren den 1,2 Kilometer langen Fußweg bis zum Brücken-Portal. Die Brücke ist an die Etappe 19 des Premium-Fernwanderwegs Saar-Hunsrück-Steig angebunden. Wer ihn geht, kann unkompliziert einen kleinen Abstecher machen. Ihren Namen hat die Geierlay-Brücke im Rahmen eines Bürger-Wettbewerbs bekommen. Er weist auf einen alten Flurnamen hin sowie auf den felsigen Untergrund: Lay ist ein anderes Wort für Schiefer.
Am Informations- und Servicezentrum in Mörsdorf gibt es einen Parkplatz (kostenpflichtig), ein Infocenter, ein kleines Geschäft für Andenken, Toiletten sowie ein Restaurant. Der Zugang zur Geierlay-Brücke ist kostenlos. (red)


Das Dynamikum öffnet wieder

PIRMASENS. Das Pirmasenser Science Center nimmt am 11. Juni 2020 nach rund dreimonatiger Corona-Schließzeit den Betrieb vorerst nur an Wochenendtagen wieder auf. Das Sicherheitskonzept sieht insbesondere limitierte Besucherzahl, Tragen von Mund-Nasen-Masken, Einhalten von Sicherheitsabständen, separate Ein- und Ausgänge sowie Wegführungskonzept und Markierungen vor. Fast genau ein Vierteljahr lag das Dynamikum der Corona-Pandemie geschuldet im behördlich verordneten Dornröschenschlaf – der wird nun am Fronleichnamstag endlich beendet sein. Über den spielerischen Umgang mit den Exponaten können Besucher die spannenden Zusammenhänge der Physik intuitiv selbst erforschen - das beliebte Konzept ist das gleiche wie früher.

Dennoch geht es doch etwas anders zu als gewohnt. So haben die Betreiber in enger Abstimmung mit Betriebsarzt und Gesundheits­behörden zum Schutz von Besuchern und Mitarbeitern ein bis auf Weiteres gültiges detailliertes Sicherheitskonzept entwickelt, das zu einigen Einschränkungen führt. Außerdem wird das Dynamikum nach dem langen Einführungswochenende vom 11. bis 14. Juni zunächst nur an Samstagen und Sonntagen geöffnet sein....Das Dynamikum öffnet wieder


Heimatkunde an der Nahe

Auf Spurensuche historischer Personen in Bad Kreuznach

BAD KREUZNACH. Von Trier ungefähr 130 Kilometer entfernt, ist Bad Kreuznach ein schönes Ziel für einen Tagesausflug. Warum? Ein Spaziergang durch das Salinental ist gesund und lädt zum Abschalten ein. Das Erkunden der Stadt macht Spaß und öffnet den Blick auf die Brückenhäuser oder Klein-Venedig. Wer sich geschichtlich interessiert, begibt sich auf Spurensuche zweier historischer Figuren: von Johann Georg Faust und dem Jäger aus Kurpfalz.

Der historische Doktor Faust war einstmals Rektor in Bad Kreuznach. Er war eine schillernde Figur und eine, um die sich bald die tollsten Geschichten rankten: Johann Georg Faust (ca. 1480 bis ca. 1560) galt als Wunderdoktor und Alchimist, als Wahrsager und Hochstapler, der an immer neuen Orten in immer neue Rollen schlüpfte. Irgendwann griff auch der berühmte Dichter Johann Wolfgang von Goethe diesen Stoff auf und machte daraus eines der berühmtesten Bühnenstücke der Literaturgeschichte: „Faust. Eine Tragödie.“, veröffentlicht 1808. Was an der historischen Figur Doktor Faust Dichtung und Wahrheit ist, lässt sich im Nachhinein nur noch schwer feststellen. Ein Aufenthalt von Faust in Bad Kreuznach an der Nahe im Jahr 1507 zählt dank einer verlässlichen Quelle aber als sicher. Gelebt haben soll Doktor Faust in einem Haus in der zwischenzeitlich nach ihm benannten Magister-Faust-Gasse 47, das heutige Fachwerkgebäude, das ebenfalls seinen Namen trägt, ist allerdings ein Nachbau aus dem Jahre 1598, der auf den historischen Fundamenten errichtet wurde.
Wer auf den Spuren von Dichtung und Poesie an der Nahe unterwegs ist, findet weitere interessante Stationen. So gibt es eine ganze Reihe von Gedichtepfaden. Einer von ihnen ist dem „Jäger aus Kurpfalz“ gewidmet, dessen historisches Vorbild in Entenpfuhl Förster gewesen sein soll. (red)


Allein, allein

2040 wird voraussichtlich jeder vierte Mensch in Deutschland alleine wohnen

WIESBADEN. Es ist wohl Zeit, im Wohnungsbau und überhaupt gesellschaftlich neu zu denken: Wer wird künftig am liebsten wo wohnen? In Mehrgenerationenhaushalten, in offenen Wohngemeinschaften, in flexiblen und mobilen Zweckbauten? Die Zahl der Einpersonenhaushalte wird nach der neuen Vorausberechnung der privaten Haushalte von 17,3 Millionen im Jahr 2018 auf 19,3 Millionen im Jahr 2040 steigen. Damit werden 24 % aller in Privathaushalten lebenden Menschen alleine wohnen. Im Jahr 2018 waren es 21 %.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wird die Gesamtzahl der Privathaushalte von 41,4 Millionen im Jahr 2018 voraussichtlich auf 42,6 Millionen im Jahr 2040 zunehmen (+ 3 %). Zugleich dürfte jedoch die Zahl der Menschen in Privathaushalten um rund 1 % von 82,5 Millionen auf 81,7 Millionen sinken. Regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern in der Entwicklung der Privathaushalte sind im Wesentlichen durch die demografischen Strukturen und die künftige Bevölkerungsentwicklung in den Bundesländern bedingt. Die Gesamtzahl der Privathaushalte wird bis 2040 voraussichtlich am stärksten in Baden-Württemberg und Bayern zunehmen (jeweils + 7 %). Ein besonders starker Rückgang der Haushaltezahl ist in Sachsen-Anhalt (- 9 %) und Thüringen (- 8 %) zu erwarten.
Eine ausführliche Darstellung der künftigen Entwicklung der Haushalte und der Bevölkerung in Privathaushalten in Deutschland, westdeutschen und ostdeutschen Flächenländern sowie in den Stadtstaaten enthält der Tabellenband „Entwicklung der Privathaushalte bis 2040 – Ergebnisse der Haushaltsvorausberechnung 2020“. Er kann im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes kostenfrei heruntergeladen werden. Weitere Informationen zur 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung stehen darüber hinaus unter www.destatis.de – Bevölkerung – Bevölkerungsvorausberechnung bereit. (red)


Für Ausflügler und Überflieger

In Rheinland-Pfalz finden Familien vielseitige Ausflugsziele

Beim "Familienabenteuer Rheinland-Pfalz" können Kinder und Eltern ihren Kurzurlaub in Rheinland-Pfalz in ein interaktives Ritter-Erlebnis verwandeln. Per Smartphone stellen sie sich den Herausforderungen des Ritterordens Falkenfels und schicken ihre Lösungen per SMS zurück. So werden aus kleinen Entdeckern echte Helden, die spielerisch viele sehenswerte Orte und Regionen erkunden, nämlich Ahrtal, Eifel und Pfalz, Nahe, Hunsrück und Westerwald sowie den Romantischen Rhein. Seit Juni 2019 gibt es zwölf neue Stationen an der Mosel, in Rheinhessen und im Lahntal. So auch auf der Ehrenburg: Während „Thelonius Dilldapp“ den Burghof der Ehrenburg mit mittelalterlichem Gesang erfüllt, erkunden kleine Ritter und Burgfräulein das Gemäuer. Denn auf der Ehrenburg, in einem waldreichen Seitental der Mosel gelegen, sind Anfassen, Ausprobieren und Entdecken ausdrücklich erwünscht. Hier sind die zwölf neuen Ausflugsziele im Überblick.

Am Wasser und im Wald: Abenteuer erleben rund um Bingen am Rhein
Nur noch wenige Schritte trennen die entschlossenen Gegner vom Fuß der Burg. Sie durchwaten gerade mit Mühe den schützenden Wassergraben, als die Verteidiger auf einer Rutsche den Turm verlassen und zum Angriff blasen. Auf einer Rutsche? Ganz richtig. Denn am Kulturufer in Bingen wird die Spielburg am Wasserspielplatz im „Park am Mäuseturm“ attackiert. Dabei haben die verfeindeten Parteien beide viel Spaß. Der Spielplatz thematisiert die umgebende Rheinlandschaft mit dem Fluss, den Höhenzügen, Felsen und Inseln, den Siedlungen, Straßen, Fähren und Bahntrassen. Am zentralen Wasserlauf bieten Wehre, Wasserpumpen, Wasserräder, eine Archimedische Schraube und ein Holzfloß unendlich viele Spielmöglichkeiten. Wenn kein Faden mehr trocken ist, bietet sich zur Abwechslung ein Versuch an der drei Meter hohen Kletterwand an.
Und für kleine Naturforscher ist der 4,5 Kilometer lange Erlebnispfad im Binger Wald ein großer Spaß. Dort entdecken sie, dass der Wald voller Töne ist, wenn Vögel zwitschern, Blätter rauschen und Hölzer auf dem Waldxylophon klingen. Wie weit springt ein Fuchs oder ein Feldhase? Das lässt sich an den markierten Sprungspuren anschaulich ablesen. Auch eine römische Villa Rustica, eine abenteuerliche Hängebrücke und ein Abschnitt der Baumgeister-Tour gehören zum Rundweg. Ebenfalls im Binger Wald liegt der „Kletterwald Lauschhütte“ mit fünf Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen.
Für Familien, die auf dem Rheinradweg zwischen Bingen und Ingelheim unterwegs sind, lohnt sich ein Besuch im NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen. Der Erlebnispfad Jungaue in Ingelheim informiert anhand von Schautafeln und Erlebniselementen spielerisch über den Rhein.
Paddeln, Supa Golfen und Burgen entdecken im Lahntal
Die Lahn gehört zu den beliebtesten Kanu- und Paddelflüssen Deutschlands: Schöne Natur, kulturelle Sehenswürdigkeiten, wechselnde Landschaften sowie kleine verträumte Städte und Dörfer sind der richtige Rahmen für eine Kanutour mit der ganzen Familie. Vom Boot aus erleben große und kleine Abenteurer die Landschaft aus einer völlig anderen Perspektive. Da werden Erinnerungen an Karl May und Huckleberry Finn wach oder man entdeckt als Lahntalindianer neue Ufer. Das Familienabenteuer Lahn kann als zweistündige Schnuppertour, als Halbtagestour, Tagestour oder Mehrtagestour gebucht werden.
Supa Golf ist ein einzigartiges Golferlebnis für Jung und Alt - voll Spannung und Spaß. Der Supa Golf Ball ist einiges größer als der traditionelle Golfball, hat aber die gleichen Flugeigenschaften. Die Bälle haben verschiedene Farben, da bis zu fünf Personen in einem Team spielen können. Im Supa Golf Trolley wird die Ausrüstung bequem von Bahn zu Bahn transportiert. Die Neun-Loch Anlage befindet sich in Nassau an der Lahn im Freiherr-vom-Stein-Park.
In der Burg Nassau wird den kleinen Gästen die Geschichte der Burg und der Stadt spielerisch näher gebracht. So gehen sechs- bis neunjährige Kinder auf die Suche nach dem verschwundenen Löwen des Königs. Ältere Kinder sind dem Fluch vom Wotansberg auf der Spur.
Im Diezer Museum im Grafenschloss gehen kleine Besucher auf die Suche nach der Museumsmaus Hugo. Bei dem abwechslungsreichen Rundgang durch die Geschichte der Region gibt es immer wieder Möglichkeiten zum Anfassen und Ausprobieren.
Geisterführung und mittelalterliches Leben auf Reichsburg und Ehrenburg
Zwei Burgen an der Mosel bieten Programme speziell für Kinder an. Die Ritter der Ehrenburg bei Brodenbach laden zu einer Reise in die Zeit der Ritter und Minnesänger ein, mit spannenden Mitmachprogrammen und abenteuerlichen Rätselspielen. An jedem Sonntag zwischen Ostern und Allerheiligen wandeln von 11 bis 18 Uhr kleine und große Gäste auf den Spuren der Ehrenburger Ritter. Sie erforschen die alten Mauern und messen sich im Bogen- und Katapultschießen. Historisches Handwerk lädt zum Zuschauen und Mitmachen ein. Zum Burgtöpfer und Trogschnitzer gesellen sich Knechte und Mägde und bieten an ausgesuchten Tagen das Backen von Fladenbrot, Weben, Filzen oder Schmieden an. Der Burghof wird zur Bühne für Musikanten und Gaukler und die Hofküche lädt zum Gaumenschmaus ein.
Auch auf der Reichsburg Cochem weiß man, was Kinder begeistert. Bis Ende Oktober wird an jedem Sonn- und Feiertag um 14 Uhr eine Geisterführung angeboten: Dann erforschen Kinder all jene Winkel, in denen sonst nur das Burggespenst spukt. Bei der Erkundung von Bergfried, Wehrgang und Strafgerätekammer muss sich aber niemand fürchten oder gruseln, denn im kindgerechten Dialog wird das mittelalterliche Leben, aber auch der Aufbau einer Burg als Verteidigungsbauwerk anschaulich vermittelt. In den Sommer- und Herbstferien gibt es zusätzlich donnerstags um 15 Uhr eine Geisterführung mit Räuberessen: Im Anschluss an den gut einstündigen Rundgang nehmen alle Kinder an einer Kinder-Rittertafel Platz und lassen sich das Essen mit den Fingern schmecken. Die Geisterführung empfiehlt sich für Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren.
Weitere neue Erlebnisstationen an der Mosel sind der Wild- und Freizeitpark Klotten sowie das Moselland-Museum in Ernst. (red)


Baumgeistig und barfüßig

Familienwanderungen in der Nahe-Urlaubsregion

In der Nahe-Urlaubsregion gibt es mehrere Wandermöglichkeiten, die besonders auch Familien zu ereignisreichen Touren einladen. Dort, wo die Nahe in den Rhein fließt, liegt Bingen. Zu der Stadt am Romantischen Rhein gehört auch der Binger Wald. Durch diesen führt die „Baumgeistertour“, eine 15,7 Kilometer lange Rundwanderung. Wem dies zu lang ist, der konzentriert sich auf das erste Teilstück durch die circa ein Kilometer lange Steckeschlääferklamm. Dort ist der Weg gesäumt von Waldgeistern und Kobolden, die in die Bäume geschnitzt wurden. Mehr als 60 dieser Baumgeister gilt es aufzuspüren. Im weiteren Verlauf sorgen eine Villa Rustica, eine Hängebrücke, die Burg Rheinstein und Aussichtspunkte über das Rheintal für Abwechslung.

Spannend und lehrreich zugleich ist der als Familien-Wandertour gekennzeichnete 6,7 Kilometer lange Rundweg auf der Traumschleife „Hahnenbachtaltour“ im Landkreis Birkenfeld. Naturerlebnisse wechseln sich mit kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten ab. So kommt man zum Beispiel an einem Schiefer-Besucherbergwerk, einem Wassererlebnispfad, einer Burgruine und einer Keltensiedlung vorbei.
Ein besonderes Wandererlebnis bietet auch der Barfußpfad Bad Sobernheim. Über 3,5 Kilometer führt er parallel zur Nahe und ein Mal auch mitten hindurch: So watet man durchs Wasser, stapft durch Lehm, spürt Gras, Sand und Rindenmulch unter den nackten Füßen und erlebt, wie Steine als kleine Fußmassage wirken. Der Barfußpfad ist vom 1. Mai bis Anfang Oktober 2019 geöffnet. Info: Naheland-Touristik GmbH, Bahnhofstraße 37, 55606 Kirn, Tel.: +49 (0)6752/1376-10 (red)


Durch den Süden Frankreichs

Wieder mal ein Buchtipp, dieses Mal für alle, die Frankreich-Liebhaber sind oder werden möchten. "Durch den Süden Frankreichs. Literatur, Kunst, Kulinarik" ist ein Buch für alle, die das Reisen lieben und eine Abneigung gegen den Tourismus haben, die nach Hintergrundinformationen zu Land und Leuten lechzen, und für diejenigen, die den Süden des Landes auf unausgetretenen Pfaden erkunden wollen: die Rhône abwärts durchs Languedoc bis zu den Pyrenäen oder durch die Hochprovence bis zur Côte d’Azur.
Wer schon einmal da war, der wird sofort gespürt haben: Dies ist ein gesegnetes Land. Hochkultur von den Römern bis heute, unerschöpflich in seiner mehr als 2000jährigen Geschichte, in seiner Schönheit und der Reichhaltigkeit des Lebensgenusses. Es ist eine Gegend, die suchterzeugend wirkt, nicht nur wegen der Annehmlichkeiten des alltäglichen «Savoir vivre», sondern auch, weil man bald mehr wissen will über die Zeugen der kulturellen Vergangenheit, die einem auf Schritt und Tritt begegnen. Dafür liefert der Autor ein schier unerschöpfliches Detailwissen. Denn: Alle sind sie hier einmal gewesen, die großen Künstler und Schriftsteller aus ganz Europa, sei es als Reisende, Einwanderer oder Emigranten auf der Flucht....Fronkreisch,

In der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts spielt der Süden Frankreichs deswegen eine besondere Rolle; Sanary-sur-mer entwickelte sich ab 1933 zu einem Zentrum des literarischen Exils, und da der «Midi» nach Ausbruch des Krieges noch lange Zeit unbesetzt blieb, konnten sich viele von hier aus retten: per Schiff von Marseille oder durch Überquerung der Pyrenäen.
Durch den Süden Frankreichs ist auch ein Buch für alle, die den geistigen und leiblichen Genüssen in gleicher Weise zugetan sind, so daß sie etwas erfahren wollen über Orte der Geschichte, über Menschen und Bücher, die verehrt, verfolgt oder vergessen wurden, über Restaurants, Cafés und kleine Domainen. Nicht umsonst fühlt man sich gerne «Wie Gott in Frankreich» – und warum? Das Buch ist ausgerüstet mit mehreren Karten und nützlichen Hinweisen, einem guten Orts- und Personenregister, einem Lesebändchen und mehr als tausend farbigen Abbildungen.
Manfred Hammes: Durch den Süden Frankreichs. Literatur Kunst Kulinarik. 14.5 x 23 cm, 704 Seiten, ca. 1.300 Abbildungen, Halbleinen, Fadenbindung, Lesebändchen, 29.80 €, ISBN 978-3-03850-055-1 (red)


Auf dem Rücken der Pferde

Neues Mädchenbuch: Pferdefreundinnen werden ihre Freude haben

TRIER. Heute mal eine kleine Buchempfehlung mit Lokalkolorit. Im Kordeler Stephan Moll-Verlag erschienen, von der Trierer Autorin Daniela Standard geschrieben, mit Handlung im Stadtteil Mariahof und auf dem Brubacher Hof: In "Mädchenträume mit Stallgeruch" geht es hintergründig um den Herzenswunsch vieler Mädchen, ein eigenes Pferd zu besitzen. Der Zusatztitel "Sammy und der Feuerteufel" verrät hingegen: Die Autorin hat viel mehr in den Band gepackt. Unheimliche Ereignisse spielen sich auf dem Brubacher Hof ab. Die Story liest sich flüssig und ist durchaus spannend.

Im Mittelpunkt steht das Mädchen Johanna, das gerade ein eigenes Pferd bekommen hat. Sammy steht auf dem Brubacher Hof, wo Johanna und andere Mädchen Reitstunden nehmen. Die Freundinnen sind glücklich auf dem Hof. Wären da nicht die gruseligen Vorgänge. Und wäre da nicht ein Mädel, das ganz anders ist, aber schließlich die Schlüsselrolle in der Geschichte übernimmt. In klassischen Zuordnungen entwickelt die Autorin die Charaktere. Dabei streift sie das eigentlich viel zu große Thema Kindesmisshandlung, verortet es in einem Wohnblock auf Mariahof und nimmt das betroffene Kind im Schnellverfahren aus der Familie. Was aus Erwachsenensicht unglaubwürdig, ist für junge Leser sicher nachvollziehbar und schlüssig. Wohingegen ein Flächennutzungsplan, der im realen Leben Mariahofern Ärger und Kopfzerbrechen bereitet, für junge Leser ein unbekanntes Phänomen ist. Dennoch: gut geschriebene Geschichte für junge Leser, kurzweilig und für schlappe zehn Euro eine gute Grundlage für weitere Folgebände.
Das Buch ist erhältlich im Buchhandel und online bestellbar. ISBN 978-3-947470-21-1 (GB)


Für Ausflieger

Wer in der Region Trier-Mosel-Eifel-Hunsrück lebt, weiß: Sie ist eine der schönsten Ecken Deutschlands. Landschaftlich abwechslungsreich, reich an Kulturgütern, grenznah. Gilt die Attraktivität auch für Kinder? Eindeutig ja! Beleg dafür ist ein neuer Familienfreizeitführer speziell für Trier und die weitere Umgebung: "Mit Kindern in Trier · Mosel · Eifel · Hunsrück" heißt das handliche Buch. Auf 144 Seiten finden die Leser Ideen für drinnen und draußen. Praktischerweise ist das Buch für Trier thematisch aufgegliedert: Etwa Tiere gucken, mit Schiffen fahren oder Trier bei Regen. Für die anderen Regionen hat die Autorin die wichtigsten Orte und Attraktionen ausgewählt. Mit dem Buch ist die Planung für Ferientage oder Familienwochenenden ein Kinderspiel.

In Trier geht es zum Beispiel mit einem Gladiator zur Erlebnistour durchs Amphitheater, zur Boulderhalle „Blocschokolade“, wo neben Bouldern auch Naschen angesagt ist und zum Planschen, Klettern und Toben zu den Spielplätzen auf dem Petrispark. Entlang der Mosel stellt der Familienführer spannende Sehenswürdigkeiten wie den geheimnisvollen Bunker der Deutschen Bundesbank in Cochem vor. In Koblenz geht es mit der Seilbahn schwebend über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein. Auch der Hunsrück bleibt nicht unentdeckt, wo Kinder in Idar-Oberstein nach echten Edelsteinen schürfen und bei Mörsdorf über die Hängeseilbrücke „Geierlay“ balancieren können. In der Eifel entführt das Buch in die Teufelsschlucht Ernzen oder zum Baden an die mystischen Dauner Maare. Die Autorin gibt Tipps zu kinderfreundlichen Unterkünften, Restaurants und Shops für Kinder und macht jede Menge praktische Vorschläge für Radtouren, Kindergeburtstage, Winterzeit und Regentage.
Das Buch aus dem via reise verlag ist für 12,95 € im Buchhandel erhältlich oder versandkostenfrei im Internet unter www.viareise.de. (GB/red)



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