News aus Trier

Marx für die ganze Familie

TRIER. Am Sonntag, 26. August, erwartet Familien mit Kindern von 11 bis 17 Uhr ein spannendes Mitmach-Programm in der Landesausstellung „Karl Marx 1818-1883 Leben. Werk. Zeit.“ im Landesmuseum. Trierer Persönlichkeiten aus der Zeit von Karl Marx geben dabei vor Ort Einblicke in ihre Arbeit und ihr Leben. Der Aktionstag eignet sich für Kinder ab sechs Jahren.

Besucherinnen und Besucher können beispielsweise eine Porträtmalerin aus der Zeit von Karl Marx treffen und sich im Zeichnen probieren oder mit einem Zeitungsredakteur ein Flugblatt schreiben. Auch eine Spinnerin wird in den Ausstellungsräumen sein und die Möglichkeit bieten, selbst Wolle zu spinnen und über die Arbeitsbedingungen im 19. Jahrhundert zu informieren. Die Trierer Persönlichkeiten aus dem 19. Jahrhundert sind um 12, 13, 15 und 16 Uhr in der Landesausstellung anzutreffen. Am Ende des Ausstellungsrundgangs sind außerdem alle Gäste eingeladen, mit Tinte und Feder die Kurrentschrift des 19. Jahrhunderts kennen zu lernen und auszuprobieren.

Für Kinder gibt es zudem spezielle Audioguides und das kostenlose Kidsquiz, das sie auf eine unterhaltsame Entdeckungsreise mitnimmt. Der Marx-Aktionstag wird von der mobilen spielaktion e.V. realisiert. Das Angebot ist geeignet für Kinder ab sechs Jahren. Es gilt der reguläre Eintritt in die Landesausstellung (Familienermäßigung vorhanden); der Audioguide kostet 1,00 € und ist an der Museumskasse erhältlich; eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.


Für ein besseres Verständnis

Mal ehrlich: Wer hat den genauen Überblick, worin sich die großen Weltreligionen unterscheiden? Wer weiß ganz genau, was ihnen allen ganz gleich ist? Und wer kann das den Kindern super erklären? Das "Hausbuch der Weltreligionen" im Gerstenberg Verlag ist ein Plädoyer für Toleranz und Miteinander und zeigt: Allen Glaubensrichtungen liegt eine bestimmte Wahrheit zugrunde, alle haben eine Daseinsberechtigung für diejenigen, die ihnen folgen möchten. Warum verehren Hindus Pflanzen und Tiere? Wer war eigentlich Buddha? Warum schalten Juden am Sabbat kein elektrisches Licht an? Was feiern Christen mit dem Abendmahl? Was steht im Koran geschrieben?

Jede der fünf großen Religionen ist eine für Außenstehende oft geheimnisvolle Welt. Das "Hausbuch der Weltreligionen" lässt die Leser in diese etwas andere Welt eintauchen und vermittelt ein lebendiges Bild des Glaubens. Fesselnd und anschaulich geschrieben von der Journalistin Christine Schulz-Reiss, ansprechend illustriert von Claudia Lieb, informiert es kenntnisreich über Hintergrund, Geschichte und Kultur und zeigt, dass es bei allen Unterschieden vieles gibt, was den großen Religionen gemeinsam ist. Das Buch ist sicher nicht nur für Kinder ab zwölf Jahren geeignet, sondern eine schöne Gelegenheit für Erwachsene, gegebenenfalls vorhandene Bildungslücken zu füllen und mit ihren Kindern ins Gespräch zu kommen.
ISBN-13: 978-3836954846. Gebundene Ausgabe: 20 Euro. (red/GB)


Blick in die Sprachhölle

Es war einmal eine Sprache, die vor lauter Poesie und Wohlklang die Menschen zu Tränen rührte. Die von Dichtern und Denkern unablässig perfektioniert wurde. Die um ein Haar auf der ganzen Welt gesprochen worden wäre. Aber das ist lange her und mittlerweile ist unsere Sprache krass auf dem highway to hell, Alter. Auf den Spuren des Niedergangs der deutschen Sprache zeigt Andreas Hock in seinem Buch „Wenn du mich frägst, macht das in keinster Weise Sinn“, dass nicht erst seit Nahles‘ „in die Fresse“ verbale Entgleisungen ihren Einzug auch in die Politik gefunden haben. Hock legt den Finger in die Wunde und dreht ihn noch genüsslich um - allerdings ist er in weiten Teilen ein konservativer Vertreter.

Doch nicht nur anhand von verbalen Unflätigkeiten macht Hock einen systematischen Verfall der deutschen Sprache aus – insbesondere die mehr und mehr in Anglizismen abrutschende Jugendsprache verwandelt aus seiner Sicht das einst so ehrwürdige Deutsch in eine kevinisierte Sprachwüste des Grauens. Spätestens „Vong“ mit seinem „I bims“ und „Pre-X-MAX-Sales“ geben dem Ganzen dann noch den letzten Schubs hinab in den linguistischen Abgrund. Aus Hocks Beobachtungen entstand ein würdiges Nachfolgewerk zu seinem Überraschungsbesteller „Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?“, das eine Freude für all diejenigen sein wird, die keine Lust mehr haben, bei Hotlines anzurufen, im Food Court zu essen und sich mit Hate Speech aus dem Internet herumzuärgern. Den Blick in die Sprachhölle gibt es für


Aktuell, politisch und schon für Minis geeignet

Auf so eine Idee muss man erstmal kommen: Die Buchfiguren dürfen nicht auf die andere Buchseite wechseln, weil ein Aufpasser sie herumkommandiert - die Buchfalz ist die unsinnige Grenze. Geht das gut? Müssen alle die Grenze beachten? "Hier kommt keiner durch" ist ein Wimmelbilderbuch für Kinder ab vier Jahren, das einfach nur cool ist und den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Bilderbuch erhielt. Chapeau! So einfallsreich kann ein Kinderbuch schon für Minis sein. Denn es greift die Themen Ausgrenzung, Autorität und die Kraft der Gemeinschaft auf. "Hier kommt keiner durch" im Klett Verlag ist eine absolute Leseempfehlung.

Die portugiesische Autorin Isabel Minhós Martins, der Illustrator Bernardo P. Carvalho und die Übersetzerin Franziska Hauffe sind für „Hier kommt keiner durch!" mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 in der Kategorie Bilderbuch ausgezeichnet worden.
Bunt und in wildem Strich gezeichnet, erzählt das 2016 bei Klett Kinderbuch erschienene Bilderbuch für Kinder ab vier die Geschichte einer unsinnigen Grenze und deren Überwindung. Die Grenze, das ist der Buchfalz. Ein Soldat hat von seinem General den Befehl erhalten, diesen zu bewachen und niemanden auf die rechte Buchseite zu lassen, denn die will er für sich alleine haben. Kaum hat der Mann Stellung bezogen, finden sich immer mehr eigenwillige Filzstiftfiguren auf der linken Seite ein und wollen hinüber. Der Aufpasser bleibt unnachgiebig – bis etwas passiert und die farbenfrohen Individuen unter großem Jubel die bis dahin leere, rechte Buchseite stürmen.... Ein wunderbares Buch, das Mut macht und für schlappe 14 Euro ein schönes Geschenk ist. (GB)


Lebendige Bilder, einfühlsame Texte

Das Bilderbuch "Ramas Flucht" greift mit umwerfenden Bildern den Fluchtweg einer Familie auf

"Frieden kann nicht durch Gewalt erhalten werden. Er kann nur durch Verständnis erreicht werden." Der Spruch von Albert Einstein bezieht sich treffend auf den Inhalt des liebevoll gestalteten Buches "Ramas Flucht". Zum Thema Flucht gibt es für Kinder zahlreiche gute Bücher. Bei diesem hier sind nicht nur die Texte ausgesprochen klar und schnörkellos. Beeindruckend sind vor allem die Bilder zu der Fluchtgeschichte. Sie bestehen aus zu Kunstwerken zusammengefügten Steinen, die lebendig die Gefühle und Situation verdeutlichen.

Da haben, neben dem Gerstenberg Verlag, gleich mehrere Leute ihre Hand im Spiel gehabt: Die Autorin Margriet Ruurs, die Übersetzer Ulli und Herbert Günther sowie Falah Raheem. Und natürlich ganz besonders Nizar Ali Badr. Der Syrer, der in der am Mittelmeer gelegenen Stadt Latakia lebt, sammelt in seiner Umgebung Steine. Aus ihnen schafft er auf dem Dach seines Hauses Kunstwerke, die er laut seiner Facebookseite nicht verkauft, da sie dem syrischen Volk und seiner Geschichte gehören. Dass die Steine so viel Emotionen, das Leiden der Menschen in Krieg und Flucht, transportieren, gibt dem Buch "Ramas Flucht" etwas Besonderes. Die Autorin Margriet Ruurs hofft, dass das Buch Verständnis weckt für die Not von Geflüchteten. Das ist ganz sicher gelungen und nebenbei vielleicht auch ein Mittel zur Aufarbeitung des Erlebten, da die Texte auf Deutsch und Arabisch vorliegen.
Ramas Flucht, Deutsch-arabische Ausgabe, 48 Seiten, ab 5 Jahren, gebunden. ISBN 978-3-8369-5973-5. 12.95 Euro. (GB)


Karl Marx auf Englisch

TRIER. Karl Marx gilt als "größter" Sohn von Trier, wie eine nicht-repräsentative Umfrage vor etlichen Jahren herausfand. Sein Leben war schillernd: Der Revolutionär, Journalist, promovierte Philosoph und Theoretiker ging nie auf eine Barrikade, sondern formulierte seine Forderungen lieber in Zeitungen, Büchern und Briefen - eine Fabrik mit den kritisierten schlimmen Arbeitsbedingungen sah er zeitlebens nicht von innen. Obwohl Kommunist, genoss er bürgerlichen Lebensstil an der Seite einer Baronin - meistens waren er und seine Familie jedoch bitterarm. Von den sieben Kindern starben vier in früher Kindheit. Eine Karl Marx-Biographie, die das turbulente Familienleben von Marx beschreibt, liegt seit heute in englischer Übersetzung vor. "Karl Marx - the most famous native of Trier" heißt das schmale Büchlein, das auf weniger als 50 Seiten mit vielen Bildern das bewegte Leben des Trierers beschreibt. Es ist wie die deutsche Biographie im Verlag Michael Weyand erschienen und eine einfache (Schul)-Lektüre für alle, die den Mann mit dem Rauschebart jenseits von komplizierten politischen Thesen kennenlernen möchten.

Es ist zugegebenermaßen ein Hinweis "in eigener Sache". Die Autorin der neuen Biographie ist Gabriela Böhm, Journalistin und Herausgeberin von www.trierkids.de. Mit der neuen Biographie "Karl Marx - the most famous native of Trier" erhält der Leser eine handliche und gut lesbare Zusammenfassung, wie sich Karl Marx mit seiner Familie durch das Leben schlug. Politische oder wirtschaftliche Ergüsse fehlen komplett. Vielmehr geht es um das durchaus ambivalente Leben von Marx, der ständig von "Sponsoren" und Geldspenden abhängig war. Dies hinderte ihn jedoch nicht, an der Börse zu spekulieren oder - wenn mal Geld im Haus war- ordentlich auf den Putz zu klopfen.
Karl Marx wurde am 1. April 1818 in der heutigen Brückenstraße in Trier geboren, wo das Karl Marx-Museum untergebracht ist. Die Familie zog kurze Zeit später in ein Haus nahe der Porta Nigra, wo eine Tafel an die früheren Eigentümer im Haus Simeonstraße 8 erinnert. Karl Marx heiratete die Baronin Jenny von Westphalen und zog mit ihr von Paris über Brüssel nach London.
Wer mehr über den "größten" Trierer wissen will, eine der bekanntesten Persönlichkeiten der ältesten Stadt Deutschlands, sollte die knapp fünf Euro für das deutsche oder englische Büchlein ausgeben. Denkbar, dass auch Schulklassen mit der Biographie geeignetes Material vorfinden, um sich dem Leben und Werk eines weltberühmten Mannes im 19. Jahrhundert zu nähern. (red)


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