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Hört, hört

Mit der neuen Audiotour „Lauschpunkte am Mosel-Radweg“ können Radfahrer den Mosel-Radweg auf sehr lebendige und unterhaltsame Art neu erleben. Insgesamt 40 Lauschpunkte auf der 240 Kilometer langen Strecke von Perl bis Koblenz gibt es. An diesen Hörstationen können Radfahrer nun absteigen und eine kleine Lauschpause einlegen. Unter dem Slogan "Hört, hört" lenkt die Audiotour den Blick auf 40 landschaftliche und kulturelle Besonderheiten am Wegesrand.

Was verbirgt sich hinter der größten Apotheke der Welt? Wo steht die „Autobahnbrücke“ der Römer? Wie sah das Leben auf einem römischen Gutshof aus und wie arbeitet ein Schleusenwärter? Auf unterhaltsame und persönliche Art entlockt Reporter Marco den ortsansässigen Winzern und Moselanern ihre Geschichten und Anekdoten zu touristischen Höhepunkten, Weinwissen und archäologischen Schätzen. Mit der Audiotour „Lauschpunkte am Moselradweg“ will die Mosellandtouristik den Radgästen ein hochwertiges digitales Angebot für ihre mobilen Endgeräte bieten, freut sich Sabine Winkhaus-Robert, Geschäftsführerin der Mosellandtouristik. Die „Lauschtour-App“ gibt es kostenlos im Apple App Store oder auf Google Play. Sie kann offline gespeichert werden, so dass unterwegs kein Internetempfang notwendig ist. Als gemeinschaftliches Projekt der Mosellandtouristik und der örtlichen Tourist-Informationen wurde die Audiotour im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE gefördert. (red)

Kindliche Rebstockpaten

Das Projekt "Kinderwingert" findet weitere Verbreitung im Weinanbaugebiet Mosel. Seit neun Jahren gibt es im Moselort Trittenheim einen Weinberg für Kinder, den Kinderwingert. Die Kultur- und Weinbotschafterin Marlene Bollig und der Winzer Stefan Hermen aus Trittenheim haben dieses Projekt an der Mosel initiiert und arbeiten jedes Jahr von März bis Oktober mit Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren im Weinberg. 2018 wurde erstmals in Traben-Trarbach ein Kinderwingert eingerichtet, der von Kultur- und Weinbotschafterin Ulla Schnitzius und den Winzern Peter und Achim Storck betreut wird. In diesem Jahr kommt nun ein weiterer Kinderwingert an der Saar hinzu. Kultur- und Weinbotschafter Guido Schramm aus Trassem bietet das Projekt in Saarburg in Zusammenarbeit mit Winzerin Christiane Wagner vom Weingut Dr. Wagner an.

Die Kinder erleben im Weinberg hautnah die Entwicklung der Rebe und beobachten das Wachstum der Trauben. Jedes „Kiwi“-Kind bekommt ein eigenes Wingertsbuch, welches bei jedem Treffen mit neuen Infoblättern, Bildern, gepressten Pflanzen und Erinnerungsstücken gefüllt wird. Im Weinberg wird jedem Kind ein Rebstock für eine Vegetationsperiode anvertraut. Aus den gelesenen Trauben wird ein Traubensaft gepresst. Neben der Vermittlung der Weinbautradition und -kultur der Region ist ein Ziel, den Kindern den Weinberg als Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen näher zu bringen. Damit knüpft das Projekt auch an die Initiative „Lebendige Moselweinberge“ zur Pflege und Erhaltung der Artenvielfalt in den Steillagenweinbergen an. In Trittenheim liegt der Kinderwingert in der Weinbergslage „Apotheke“, in Traben-Trarbach in der Lage „Trarbacher Taubenhaus“ und in Saarburg in der Lage „Kupp“.
An fünf Samstagen gehen die Kinder in ihren Wingert. In Trittenheim und Traben-Trarbach startet das Projekt am 23. Februar, in Saarburg am 9. März, jeweils um 13 Uhr. Die weiteren Termine sind im Mai, Juni, August und Oktober. Zunächst werden die anstehenden Arbeiten besprochen und erklärt und dann an der eigenen Rebe ausgeführt. Die Treffen dauern jeweils eineinhalb Stunden. Eltern oder Großeltern dürfen zuschauen. Zwischen den Treffen werden alle Teilnehmer per E-Mail informiert, wenn es an den Reben etwas Besonderes zu beobachten gibt. Die Kinder können jederzeit „ihre“ Rebe besuchen und die Entwicklung beobachten. Der Material-Kostenbeitrag beträgt 40 Euro pro Kind für das gesamte Projekt. Interessierte Kinder können sich bis zum 20. Februar anmelden: für Trittenheim bei Marlene Bollig, Tel. 06507/6231 oder info@vinosella.de, für Traben-Trarbach bei Ulla Schnitzius, Tel. 06541/4151 oder ulla.schnitzius@t-online.de, für Saarburg bei Guido Schramm, Tel. 06581/920767 oder schramm-trassem@t-online.de. (red)

Hainers Heimat

Für Kinder ab vier Jahren eignet sich ein neues Unterwasser-Hörspiel über Freundschaft, Zusammenhalt und Umweltschutz. "Hainer, der kleine Hai auf Meeresmission" ist eine nette Produktion für helle Kinder, die gerne Musik hören und Konzentration für eine komplexe Geschichte aufbringen.
Hainer ist ein kleiner Hai mit vier verschieden farbigen Zähnen. Jeder Zahn besitzt eine einzigartige Fähigkeit. Doch leider grenzen ihn die anderen Haie aufgrund seines bunten Grinsens aus. Deswegen fühlt er sich oft alleine. Er wohnt mit seinen Eltern in einer kleinen Unterwasserstadt, der Haimat. Durch ein heftiges Unterwasserbeben entsteht ein großer Riss im Felsen der Haimat, welcher nun abzurutschen droht und somit alle Bewohner in Gefahr bringen könnte. Da niemand eine Lösung für das Problem hat, entschließt sich Hainer loszuziehen, um die Haimat zu retten.

Auf der Suche nach Hilfe begibt er sich auf eine Reise durch die Weltmeere und trifft unterwegs auf viele hilfsbereite Meeresbewohner, die wiederum mit eigenen Herausforderungen in ihren jeweiligen Regionen zu kämpfen haben. So schult Hainers Geschichte spielerisch das Umweltbewusstsein junger Hörer. Thematisiert werden hierbei unter anderem die Verschmutzung durch Plastik und Treibstoff, Überfischung, der Treibhauseffekt und die Polkappenschmelzung. Mit souligen Miesmuscheln oder rappenden Pinguinen kommen die Lieder kindgerecht daher. Aufwändig arrangierte und interpretierte Songs begleiten Hainer und seine neuen Freunde durch das Abenteuer. Mal leise mit Klavierbegleitung, mal laut mit Bläsern und Chören, laden sie zum Tanzen, Mitsingen, aber auch Nachdenken und Hinterfragen ein. Hinter den Songs und der Geschichte stecken die Produzenten Eric Philippi und Eike Staab.
Hainer – Der kleine Hai auf Meeresmssion, Bilderbuch mit Musikhörspiel und Lieder-CD. 15,99 Euro, empfohlen ab 4 Jahren. (red)

Für ein besseres Verständnis

Mal ehrlich: Wer hat den genauen Überblick, worin sich die großen Weltreligionen unterscheiden? Wer weiß ganz genau, was ihnen allen ganz gleich ist? Und wer kann das den Kindern super erklären? Das "Hausbuch der Weltreligionen" im Gerstenberg Verlag ist ein Plädoyer für Toleranz und Miteinander und zeigt: Allen Glaubensrichtungen liegt eine bestimmte Wahrheit zugrunde, alle haben eine Daseinsberechtigung für diejenigen, die ihnen folgen möchten. Warum verehren Hindus Pflanzen und Tiere? Wer war eigentlich Buddha? Warum schalten Juden am Sabbat kein elektrisches Licht an? Was feiern Christen mit dem Abendmahl? Was steht im Koran geschrieben?

Jede der fünf großen Religionen ist eine für Außenstehende oft geheimnisvolle Welt. Das "Hausbuch der Weltreligionen" lässt die Leser in diese etwas andere Welt eintauchen und vermittelt ein lebendiges Bild des Glaubens. Fesselnd und anschaulich geschrieben von der Journalistin Christine Schulz-Reiss, ansprechend illustriert von Claudia Lieb, informiert es kenntnisreich über Hintergrund, Geschichte und Kultur und zeigt, dass es bei allen Unterschieden vieles gibt, was den großen Religionen gemeinsam ist. Das Buch ist sicher nicht nur für Kinder ab zwölf Jahren geeignet, sondern eine schöne Gelegenheit für Erwachsene, gegebenenfalls vorhandene Bildungslücken zu füllen und mit ihren Kindern ins Gespräch zu kommen.
ISBN-13: 978-3836954846. Gebundene Ausgabe: 20 Euro. (red/GB)

Aktuell, politisch und schon für Minis geeignet

Auf so eine Idee muss man erstmal kommen: Die Buchfiguren dürfen nicht auf die andere Buchseite wechseln, weil ein Aufpasser sie herumkommandiert - die Buchfalz ist die unsinnige Grenze. Geht das gut? Müssen alle die Grenze beachten? "Hier kommt keiner durch" ist ein Wimmelbilderbuch für Kinder ab vier Jahren, das einfach nur cool ist und den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Bilderbuch erhielt. Chapeau! So einfallsreich kann ein Kinderbuch schon für Minis sein. Denn es greift die Themen Ausgrenzung, Autorität und die Kraft der Gemeinschaft auf. "Hier kommt keiner durch" im Klett Verlag ist eine absolute Leseempfehlung.

Die portugiesische Autorin Isabel Minhós Martins, der Illustrator Bernardo P. Carvalho und die Übersetzerin Franziska Hauffe sind für „Hier kommt keiner durch!" mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 in der Kategorie Bilderbuch ausgezeichnet worden.
Bunt und in wildem Strich gezeichnet, erzählt das 2016 bei Klett Kinderbuch erschienene Bilderbuch für Kinder ab vier die Geschichte einer unsinnigen Grenze und deren Überwindung. Die Grenze, das ist der Buchfalz. Ein Soldat hat von seinem General den Befehl erhalten, diesen zu bewachen und niemanden auf die rechte Buchseite zu lassen, denn die will er für sich alleine haben. Kaum hat der Mann Stellung bezogen, finden sich immer mehr eigenwillige Filzstiftfiguren auf der linken Seite ein und wollen hinüber. Der Aufpasser bleibt unnachgiebig – bis etwas passiert und die farbenfrohen Individuen unter großem Jubel die bis dahin leere, rechte Buchseite stürmen.... Ein wunderbares Buch, das Mut macht und für schlappe 14 Euro ein schönes Geschenk ist. (GB)

Lebendige Bilder, einfühlsame Texte

Das Bilderbuch "Ramas Flucht" greift mit umwerfenden Bildern den Fluchtweg einer Familie auf

"Frieden kann nicht durch Gewalt erhalten werden. Er kann nur durch Verständnis erreicht werden." Der Spruch von Albert Einstein bezieht sich treffend auf den Inhalt des liebevoll gestalteten Buches "Ramas Flucht". Zum Thema Flucht gibt es für Kinder zahlreiche gute Bücher. Bei diesem hier sind nicht nur die Texte ausgesprochen klar und schnörkellos. Beeindruckend sind vor allem die Bilder zu der Fluchtgeschichte. Sie bestehen aus zu Kunstwerken zusammengefügten Steinen, die lebendig die Gefühle und Situation verdeutlichen.

Da haben, neben dem Gerstenberg Verlag, gleich mehrere Leute ihre Hand im Spiel gehabt: Die Autorin Margriet Ruurs, die Übersetzer Ulli und Herbert Günther sowie Falah Raheem. Und natürlich ganz besonders Nizar Ali Badr. Der Syrer, der in der am Mittelmeer gelegenen Stadt Latakia lebt, sammelt in seiner Umgebung Steine. Aus ihnen schafft er auf dem Dach seines Hauses Kunstwerke, die er laut seiner Facebookseite nicht verkauft, da sie dem syrischen Volk und seiner Geschichte gehören. Dass die Steine so viel Emotionen, das Leiden der Menschen in Krieg und Flucht, transportieren, gibt dem Buch "Ramas Flucht" etwas Besonderes. Die Autorin Margriet Ruurs hofft, dass das Buch Verständnis weckt für die Not von Geflüchteten. Das ist ganz sicher gelungen und nebenbei vielleicht auch ein Mittel zur Aufarbeitung des Erlebten, da die Texte auf Deutsch und Arabisch vorliegen.
Ramas Flucht, Deutsch-arabische Ausgabe, 48 Seiten, ab 5 Jahren, gebunden. ISBN 978-3-8369-5973-5. 12.95 Euro. (GB)

Karl Marx auf Englisch

TRIER. Karl Marx gilt als "größter" Sohn von Trier, wie eine nicht-repräsentative Umfrage vor etlichen Jahren herausfand. Sein Leben war schillernd: Der Revolutionär, Journalist, promovierte Philosoph und Theoretiker ging nie auf eine Barrikade, sondern formulierte seine Forderungen lieber in Zeitungen, Büchern und Briefen - eine Fabrik mit den kritisierten schlimmen Arbeitsbedingungen sah er zeitlebens nicht von innen. Obwohl Kommunist, genoss er bürgerlichen Lebensstil an der Seite einer Baronin - meistens waren er und seine Familie jedoch bitterarm. Von den sieben Kindern starben vier in früher Kindheit. Eine Karl Marx-Biographie, die das turbulente Familienleben von Marx beschreibt, liegt seit heute in englischer Übersetzung vor. "Karl Marx - the most famous native of Trier" heißt das schmale Büchlein, das auf weniger als 50 Seiten mit vielen Bildern das bewegte Leben des Trierers beschreibt. Es ist wie die deutsche Biographie im Verlag Michael Weyand erschienen und eine einfache (Schul)-Lektüre für alle, die den Mann mit dem Rauschebart jenseits von komplizierten politischen Thesen kennenlernen möchten.

Es ist zugegebenermaßen ein Hinweis "in eigener Sache". Die Autorin der neuen Biographie ist Gabriela Böhm, Journalistin und Herausgeberin von www.trierkids.de. Mit der neuen Biographie "Karl Marx - the most famous native of Trier" erhält der Leser eine handliche und gut lesbare Zusammenfassung, wie sich Karl Marx mit seiner Familie durch das Leben schlug. Politische oder wirtschaftliche Ergüsse fehlen komplett. Vielmehr geht es um das durchaus ambivalente Leben von Marx, der ständig von "Sponsoren" und Geldspenden abhängig war. Dies hinderte ihn jedoch nicht, an der Börse zu spekulieren oder - wenn mal Geld im Haus war- ordentlich auf den Putz zu klopfen.
Karl Marx wurde am 1. April 1818 in der heutigen Brückenstraße in Trier geboren, wo das Karl Marx-Museum untergebracht ist. Die Familie zog kurze Zeit später in ein Haus nahe der Porta Nigra, wo eine Tafel an die früheren Eigentümer im Haus Simeonstraße 8 erinnert. Karl Marx heiratete die Baronin Jenny von Westphalen und zog mit ihr von Paris über Brüssel nach London.
Wer mehr über den "größten" Trierer wissen will, eine der bekanntesten Persönlichkeiten der ältesten Stadt Deutschlands, sollte die knapp fünf Euro für das deutsche oder englische Büchlein ausgeben. Denkbar, dass auch Schulklassen mit der Biographie geeignetes Material vorfinden, um sich dem Leben und Werk eines weltberühmten Mannes im 19. Jahrhundert zu nähern. (red)