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Jedem seine Tasche

TRIER. Ein Tipp für die kreativen Menschen unter uns: Im Stadtmuseum Trier wird ein Taschenworkshop angeboten. Aus alten Fassadentransparenten stellen die Teilnehmer höchst individuelle und alternative Taschen selbst her. Denn die Firma Freitag hat es in den Neunzigerjahren vorgemacht: Aus LKW-Planen schneiderte man dort unverwechselbare Taschen, die schnell zu Design-Ikonen wurden. Auch im Stadtmuseum Simeonstift erleben ausgemusterte Stoffe eine Wiedergeburt: Unter Anleitung des Diplom-Designers Johannes Truong (hongandfriends) werden die großflächigen Fassadenbanner vergangener Sonderausstellungen zu individuellen Umhängetaschen verarbeitet. Der eintägige Workshop findet am Samstag, 26. Oktober, von 13 bis 17 Uhr statt. Eine Anmeldung unter museumspaedagogik@trier.de oder 0651-7181452 ist erforderlich. Kosten: 40 Euro incl. Material. (red)

Titus zeigt, wos lang geht

"Mit Titus die Stadt erkunden" - Stadtrallye für Kinder von 6 bis 12 Jahren

TRIER. Trier ist bekanntlich nicht nur die älteste Stadt Deutschlands. Die Moselmetropole zählt auch zu einer der schönsten Städte zwischen Nordsee und Alpen.
Aber wie vermittelt man Kindern die Schätze der Stadt, die sich wie eine Perlenkette auf Schritt und Tritt durch die City reihen? Ganz einfach: Man nehme eine 24-seitige Broschüre zur Hand und begebe sich zusammen mit dem kleinen Römer Titus auf Erkundungstour durch die Stadt.
Sie macht Schulklassen, Geburtstagskindern und Familien garantiert Spaß.

Schlappe 3,90 Euro kostet das bunt bebilderte Büchlein, das im Buchhandel und bei der Touristinformation zu bekommen ist. Mit der Stadtrallye nehmen Kinder spielerisch die älteste Stadt Deutschlands unter die Lupe. Die Entdeckungstour führt von der Porta Nigra zu bedeutenden Gebäuden, Plätzen und Sehenswürdigkeiten der Innenstadt. Dabei gibt es beispielsweise Erklärungen, warum der Eingang eines palastartigen Wohnturms heute unerreichbar hoch gelegen ist. Wissensfragen im Büchlein werden bei der Ortsbesichtigung beantwortet, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eine kindgerechte Karte, gute Wegbeschreibungen und Fotos garantieren unbeschwerten Spaß. Ideal ist der Rundgang für Schulklassen, aktive Kindergeburtstage und Familienausflüge. Die neue Stadtrallye Trier ist im Trierer Verlag Michael Weyand erschienen.
ISBN 978-3-942 429-56-6, 3,90 Euro, geheftet, 24 Seiten, DIN A5. (GB/red)

Smart statt kompakt

Jeder hat es, jeder will es, jeder braucht es - oder glaubt dies zumindest. Gemeint ist: das Handy. Die smarten Wunderteile beherbergen nicht nur - man wundere sich- ein Telefon, sondern... genau: super Fotoapparate. Wie man mit Smartphones gute Fotos schießt, erklärt ein neues Buch. Unter dem etwas derben Titel "Scheiß auf Kameras" erklärt der YouTuber AlexiBexi, was man mit Smartphones so alles knipsen kann. Und zwar abseits von geleckten Instagram-Fotos.

Wer seine Fotos auf Plattformen wie Instagram hochlädt oder diese App nutzt, dem ist die dargestellte Scheinwelt bestimmt schon aufgefallen. Immer die gleiche Fotobearbeitung, immer die gleichen Filter. Dass das nicht sein muss, erklärt der Autor kurzweilig. Egal ob Selfies, Landschaftsaufnahmen oder das Mittagessen, mit den richtigen Einstellungen kann man eine Menge aus einem Foto herausholen. „Scheiß auf Kameras“ (erschienen am 22. Mai im riva Verlag) ist eine Antwort auf den herrschenden Foto- bzw. Foto-Filter-Hype. Dabei sind die Erklärungen von AlexiBexi, bürgerlich Alexander Böhm und mit über 1,3 Millionen Abonnenten einer der erfolgreichsten YouTuber im deutschsprachigen Raum, alles andere als kopflastig. Er beantwortet mit vielen Bildern und Illustrationen, wie man mit wenigen, aber dafür sehr effektiven Einstellungen das Maximum aus einer Smartphone-Kamera und Fotos herausholen kann - in erfreulich klaren Worten und launiger Ansprache. Wer also ohne schwere und teure Kamera auf Motivsuche durch die Lande streift, findet in seinem Smartphone einen guten Begleiter - und in dem Buch passable Tipps zum Fotografieren. Nach einem kleinen Exkurs in die Kamerageschichte werden die Grundlagen der Fotografie wie Blende, Iso-Wert, Weißabgleich und Verschlusszeit erläutert und Möglichkeiten der Bildgestaltung gezeigt – von der Motivwahl bis zum optimalen Bildausschnitt. Wie setzt man Farben und Licht bestmöglich ein? Was gilt es beim Filmen mit dem Smartphone zu beachten? Welche Apps helfen dabei, Aufnahmen zu perfektionieren? Einzig die Auswahl der beschriebenen Smartphones verwundert. Allerdings werden auch diejenigen, die nicht die beispielhaft besprochenen Handys haben, auf Ideen für bessere Fotos kommen und ihren Handys sicher neue Funktionen entlocken.
Riva Verlag, ISBN-13 9783742308993, 19.99 EUro. (GB)

Fliegende Steine

Ausgrenzung, Anderssein, Akzeptanz, Fluchterfahrung, Neuanfang: Diese Themen werden einfühlsam und kindgerecht in dem Buch "Fliegende Steine" aufgegriffen. Der atmosphärisch dichte Roman spielt 1958 in einem kleinen Dorf in Brabant/Holland und ist doch von verblüffender Aktualität. Protagonistin ist Fee, ein junges Mädchen, das eine blühende Fantasie hat. Ständig malt sie sich alles Mögliche aus. Manchmal stellt sich vor, wie es wäre, einen anderen Vater zu haben. Denn ihrer liegt meist auf dem Sofa und liest die Zeitung, während ihre fröhliche Mutter den ganzen Tag arbeitet. Schon fast ein Jahr wohnen sie nun auf dem abgelegenen Bauernhof. Mit den reichen Mädchen aus dem Dorf hat Fee keinen Kontakt, aber die dunkelhäutige Laura aus "Niederländisch-Indien" mag sie gern. Auch ihre nächste Nachbarin Sofia, die alleine außerhalb des Dorfes wohnt, findet sie nett. Doch dann fliegt der erste Stein.

Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Martha Heesen entfaltet eine Geschichte vor dem Hintergrund der 1950er Jahre in einem niederländischen Dorf, in dem die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges spürbar und die Menschen bemüht sind, eine Normalität zu finden. Der Roman spielt einerseits mit einem Vorwissen, andererseits lebt er von zahlreichen Leerstellen, die einen Deutungsspielraum ermöglichen und zum Nachdenken anregen. Damit wendet sich die Autorin einem Jahrzehnt zu, das nur vereinzelt in aktuellen Kinder- und Jugendromanen behandelt ist.
Fee gehört zu denjenigen, die von außerhalb kommen. Genauso wie die Flüchtlinge aus der ehemaligen Kolonie Niederländisch-Indien, deren Unabhängigkeit die niederländische Regierung erst nach dem Zweiten Weltkrieg anerkannt hat. Aber nicht nur die Ausgrenzung der Mädchen, die in den Niederlanden eine neue Heimat suchen und in einer Unterkunft untergebracht werden, sind ein Thema der Geschichte, sondern auch die Ausgrenzung jener Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges mit den Deutschen befreundet waren. Dieser historische Hintergrund wird öfter angespielt und verweist auf die Gräueltaten der Nationalsozialisten und die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung. Was genau Fees Familie erlebt hat, wird verschwiegen. Aber das Verhalten des Vaters und seine Lethargie lassen Deutungen zu. Mit Fee hat Heesen eine Figur entworfen, die im Laufe der Geschichte mutiger, auch selbstbewusster wird und vor allem Dinge hinterfragt. Die Autorin schafft es überzeugend, ihrer Geschichte Aktualität zu geben und zum Nachdenken anzuregen.
Martha Heesen, Fliegende Steine, a.d. Niederländischen von Rolf Erdorf, Gerstenberg 2017, 160 Seiten, 12,95 Euro, ab 13 Jahre. (red)

Spiegelbild

Wie leben Frauen in der Gesellschaft? Wie arbeiten sie, wie versorgen sie ihre Familie? Wie ist ihre Haltung zum Ehemann? Ein Bildband mit starken Fotos geht diesen Fragen nach. Im Blickpunkt stehen Frauen in der heutigen ägyptischen Gesellschaft. "Sayeda" lautet der Titel des 288 Seiten umfassenden Bildbands, was soviel wie "Dame" auf Arabisch bedeutet. Für das Buch reiste die Fotografin Amélie Losier mehrmals nach Ägypten. Dort fotografierte sie Frauen überwiegend in ihrer privaten Umgebung und führte Interviews. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Bildband gibt authentische Einblicke in die Gefühls- und Lebenswelt von Ägypterinnen verschiedener Altersklassen und sozialer Schichten. Dabei gewinnt der Betrachter gesellschaftliche Eindrücke und unternimmt quasi nebenbei eine Reise in den ägyptischen Alltag. Ergänzt werden die privat wirkenden Fotos von ausdrucksstarken Straßenszenen, die die tiefe Zerrissenheit der ägyptischen Gesellchaft zur Stellung der Frau verdeutlichen.

Mal ist es eine Putzfrau, dann eine Frau, die versuchte, für die Präsidentschaftswahlen zu kandidieren: Egal, wen Amélie Losier fotografisch porträtiert, die Frauen hinterlassen sehr individuelle und nachhaltige Eindrücke. Wie die Frau, die den äußerst seltenen Beruf als Taxifahrerin ausübt. Oder die Frau, die mit ihrer Arbeit die Familie durchbringt. Oder die 20-Jährige, die sich mit ihrem Verlobten heimlich trifft, um zu prüfen, ob er der Richtige ist. Oder die Koptin, die frei sein wollte und einer Ehe für immer entgangen ist. Die Fotos und Interviews geben einen tiefen, facettenreichen Einblick in eine Welt jenseits der gängigen politischen Nachrichten. Neben den Fotos enthält der Band Texte der Politikwissenschaftlerin und Islam-Expertin Hoda Salah und der Kunsthistorikerin und Fotografiespezialistin Franziska Schmidt. Lesenswert ist auch der Text von Amélie Losier über ihre praktische Umsetzung des Buchprojekts in Ägypten. Das Buch "Sayeda - Frauen in Ägypten" ist im Nimbus Verlag erschienen. ISBN 978-3-03850-037-7, 288 Seiten, 36 Euro. (GB)

Wenn der Hamster den Löffel abgibt

Einen Elternratgeber der etwas anderen Art möchten wir an dieser Stelle vorstellen und empfehlen. "Was tun, wenn der Hamster den Löffel abgibt" ist der Titel des kompakten und gebundenen 224 Seiten-Werks. Er deutet bereits darauf hin, dass die vielen alltagsnahen Fragestellungen im Buch auch mit Humor beantwortet werden. Das aus der Süddeutschen Zeitung bekannte Familientrio Kirsten Boie, Jesper Juul und Katharina Saalfrank stellt sich verschiedensten Fragestellungen zu Erziehung, Partnerschaft und Familie: Darf das Kind sich an Fastnacht als IS-Kämpfer verkleiden? Dürfen Eltern bestimmen, was sich Kinder von ihrem Taschengeld kaufen? Oder muss der kranke Hamster unbedingt ärztlich versorgt werden? Der Reiz an dem Buch: Die drei Ratgeber kommen durchaus zu unterschiedlichen Empfehlungen. Wobei insbesondere die unaufgeregte Gelassenheit von Jesper Juul zeigt, dass es keine perfekten Eltern gibt.

60 Elternfragen, die jeweils von den drei Experten beantwortet werden: Es gibt eben nicht den einen richtigen Weg, sondern verschiedene Möglichkeiten der Erziehung. Wobei es mal gefühlvolle Tipps der Pädagogin Katharina Saalfrank (u.a. bekannt als Fernseh-Supernanny) gibt. Oder einen versteckten Zeigefinger von der Autorin Kirsten Boie. Oder aber eben der Humor und die Klarheit des europaweit anerkannten Familientherapeuten Jesper Juul, mit dessen Ratschlägen sich Eltern nicht verbiegen müssen und authentisch bleiben dürfen.
Soll das Kind selbst entscheiden, wer zu seinem Geburtstag kommt? Was tun, wenn der beste Freund seine Frau betrügt? Soll ich meinem Kind die Angst vor dem Krieg ausreden? Auf alle Fragen gibt es ehrliche und oft pragmatische Antworten. Das Buch liest sich zügig und bietet selbst bei Fragestellungen, die einen nicht so berühren, unterhaltenden Lesestoff. Beltz Verlag, 12,95 Euro. (GB)