STARTSEITE | SITEMAP | HAFTUNGSAUSSCHLUSS | IMPRESSUM

Bücher

Bücher

Schmökern, schmökern, schmökern: Hier werden nach und nach Buchtipps hinein gepackt...

mehr ...

Museum

Museum

mehr ...

Regionale Produkte

Regionale Produkte

Hier gibt es eine Übersicht über regionale Anbieter und was sie auf ihrem Hof verkaufen.

mehr ...
Sie sind hier: STARTSEITE » FREIZEIT » Museum

Eine Stätte gegen das Vergessen

HINZERT. Wenn an beliebigen Wochentagen Familien mit Kind und Kegel aus Holland, Gäste aus Hamburg, regionale Schulklassen oder Trierer Autofahrer die Ausfahrt an der A 1 bei Reinsfeld im Hunsrück wählen, hat das oft einen besonderen Grund. Inmitten sanft geschwungener Hügel, Felder und Wälder befindet sich die nahe an der Autobahn gelegene Gedenkstätte des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert. Seit 2005 erinnert in einem architektonisch gelungenen Gebäude die Dokumentationsstätte an die Gräueltaten der Nationalsozialisten und an das Leid der Inhaftierten. Nachweislich 321 Menschen kamen im Lager um, möglicherweise bis zu 1 000 Menschen. Die Ausstellung beinhaltet Zeitzeugenberichte, Filme, Zitate, Fotos und Textmaterial. Audioguides informieren auf deutsch, englisch und französisch.

Die Ausstellung widmet sich der Geschichte des Lagers, den Häftlingen, Tätern, Morden und dem Lageralltag. Beeindruckend sind auch die künstlerischen Zeugnisse von Häftlingen, die ihre traumatischen Erfahrungen in Bildern und Kunstwerken festhielten und so das Lagerleben für weitere Generationen dokumentierten. Es gibt auf Schulklassen individuell abgestimmte Führungen und auf Anfrage Projekttage. Pädagogen werden zur Gedenkarbeit in Schulen und Jugendeinrichtungen beraten.
In dem SS-Sonderlager wurden 13 600 Menschen aus ganz Europa, viele aus Luxemburg, in den Jahren 1939 bis 1945 gefangen gehalten. Mindestens 321 Menschen starben im Lager. Der heutigen Gedenkstätte ist der Friedhof und eine Kapelle angegliedert. Diese waren lange Zeit die einzigen öffentlichen Hinweise auf die im Jahr 1946 eingerichtete Gedenkstätte, bis in die 90er Jahre gab es lediglich das eher irreführende Schild "Ehrenfriedhof".

Die Dokumentations- und Begegnungsstätte befindet sich in der Zuständigkeit der Landeszentrale für politische Bildung. Im Umkreis von einigen Kilometern liegen die "Stätten der Unmenschlichkeit", Wege, die zu Erschießungsstellen oder Massengräbern führen.
Das Lager diente vorrangig der Ausbeutung und Terrorisierung der männlichen Gefangenen, die im Alter von 13 bis 80 Jahren waren. Es kam aber auch zu Massenmorden. Darunter 70 sowjetische Kriegsgefangene, denen tödliche Zyankalilösungen gespritzt und 23 luxemburgische Widerstandskämpfer, die ohne Gerichtsurteil erschossen wurden. 2005 wurde an der Stelle des früheren nationalsozialistischen Konzentrationslagers ein modernes Dokumentationshaus eröffnet. Das architektonisch gelungene Gebäude öffnet den Blick auf den Standort des früheren Lagers. Frappierend die Erkenntnis, dass das Lager damals durch eine öffentliche Straße geteilt war. Zeitzeugen erinnern sich an die Demütigungen und "Zaungäste", aber auch an helfende Bürger damals.
Das NS-Dokumentationszentrum in der Gedenkstätte des SS-Sonderlagers hat dienstags bis freitags von 9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr geöffnet, an Wochenenden und Feertagen von 14 bis 17 Uhr. (GB)