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Essen kommen

Das gemeinsame Essen in der Familie, zubereitet in der eigenen Küche und verspeist in gemütlicher Runde am Tisch, wird immer seltener. Nicht zuletzt durch die Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen gibt es Zuhause kaum noch gemeinsame (Mittags-)Mahlzeiten. Dabei ist die gemeinsame Tisch- und Esskultur elementarer Bestandteil für gelebte Familie. Der renommierte Pädagoge Jesper Juul greift in dem neuen Buch "Essen kommen" die herausragende Bedeutung gemeinsamer Mahlzeiten auf, betont aber auch, dass sie kein Ort erzieherischer Maßnahmen sind. Das Buch verströmt Gelassenheit im Umgang mit Konflikten am Esstisch, bezieht klare Haltung zu Junkfood, ohne zu bevormunden, zeigt den Familientisch als Lebensschule auf und hat dazu noch superleckere Rezeptideen.

In seinem Buch »Essen kommen. Familientisch – Familienglück« schaut Jesper Juul auf die gemeinsamen Mahlzeiten in der Familie und unterstreicht ihre Bedeutung für die Entwicklung von Kindern. Doch er warnt auch vor einer Pädagogisierung des Essens: »Man kann jede gute Mahlzeit mit einer Ingredienz zerstören: und das ist Erziehung!«. Jesper Juul unterstreicht die herausragende Bedeutung von gemeinsamen Mahlzeiten in der Familie und lädt dazu ein, eine Alltagsroutine neu zu betrachten. Denn eine entspannte Ess- und Tischkultur kann die Lösung vieler Konflikte sein. Gemeinsame Mahlzeiten sind eine wertvolle Zutat nicht nur für Nähe und Harmonie in der Familie, sondern auch für die Entwicklung von Kindern.
Jesper Juul zeigt in seinem Buch »Essen kommen. Familientisch – Familienglück«, wie Kinder auf den Geschmack kommen – und dies nicht nur in kulinarischer Hinsicht, sondern auch, wie sie die Mahlzeiten als einen Ankerpunkt in einem turbulenten Kinder- und Familienleben kennen und schätzen lernen. Das Buch beschreibt die Rolle der Eltern als »Gastgeber« am Familientisch und führt aus, welche positiven Wirkungen von gemeinsamen Mahlzeiten ausgehen. Es behandelt die häufigsten Herausforderungen rund um den Familientisch: »Tischmanieren«, Familienessen im Restaurant, »wählerische« Kinder, und beleuchtet die Wurzeln problematischen Essverhaltens vom Baby bis zum Teenager.
»Essen kommen« geht weiter als der Klassiker »Was gibt’s heute? Gemeinsam essen macht Familie stark«, ebenfalls von Jesper Juul. Es übersetzt die damaligen Aussagen in den gegenwärtigen Familienalltag, erweitert und ergänzt sie um zahlreiche praxiserprobte Rezepte von Karolina Sparring, Köchin in einem Stockholmer Kindergarten, die schon beim Lesen Lust machen aufs gemeinsame Essen.
Das Markenzeichen von Jesper Juul ist sein »gelassener Optimismus« (Der Spiegel). Seine Bücher sind Bestseller und wurden in viele Sprachen übersetzt. Seit über 35 Jahren arbeitet der Däne mit Familien und ist längst einer der bedeutendsten und innovativsten Familientherapeuten Europas. (red)

Weg mit dem Superdaddy

Hier ein Lesetipp insbesondere für junge Ladies: "Almous famous - Wie ich aus Versehen fast berühmt wurde" von Silke Schellhammer greift mit humorvollen Dialogen und witzigen Einfällen ein Thema auf, das viele Kinder kennen. Die Familie ist umgezogen, ausgerechnet in das Haus der Oma, das mit seiner Einrichtung aus der Zeit gefallen und eher gruselig ist. Hier wohnt nun Zoe, 12 Jahre alt, mit Mutter und Schwester. Sie vermisst ihren Vater, der wochenenweise auf einer Bohrinsel arbeitet. Und ganz besonders fällt es ihr schwer, die Neue in der Schule zu sein, die alle anglotzen und keine Freunde hat. Da kommt sie auf eine folgenreiche Idee. Genervt will sie die Mitschüler beeindrucken und erfindet einen Promi als ihren Vater.

Zoe hasst es, die Neue an der Schule zu sein. Keiner nimmt sie wahr und sie fühlt sich wie unsichtbar. Deshalb beschließt Zoe, ihrem Leben etwas mehr Glamour zu verpassen. Spontan erklärt sie den weltberühmten Schauspieler Alex Vingar zu ihrem Vater und rauscht damit tatsächlich in den Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit. Blöd nur, dass sich die neuen Freundinnen gar nicht für sie, sondern nur für die Geschichten über den erfundenen Vater und sein Promileben interessieren. Und auch zu Hause läuft nicht alles nach Plan. Ihre Schwester Marlene ist gefährlich nah dran, hinter ihre groß angelegte Schwindelei zu kommen. Plötzlich steht für Zoe fest: Der Superdaddy muss wieder verschwinden. Aber jetzt steht sie vor einem ganz anderen Problem. Wie wird man einen erfundenen Vater schnell und unkompliziert wieder los?
Eine Geschichte um Liebe, Lüge und Wahrheit, Bewunderung, Freundschaft und Klassengemeinschaft.
Silke Schellhammer, Almost famous - Wie ich aus Versehen fast berühmt wurde, ars Edition. Ab 11 Jahren / 208 Seiten
12,99 €, ISBN: 978-3-8458-2006-4
Erschienen am 17.08.2017

Ab die Post

Briefe schreiben ist out, langweilig, was für Olle? Nöööö! Und nochmal nöööö! Das zeigt ein wunderschön illustriertes Buch, prall gefüllt mit Schreib-Ideen und kreativen Basteleien: "Ab die Post" bietet noch sehr viel mehr, als der Titel verspricht. Kinder ab acht Jahren finden auf humorvolle und äußerst motivierende Art nicht nur Infos, wie man Briefe schreibt, Überraschungspakete schnürt oder Post in Form von Badelatschen verschickt. Auf mehr als 140 Seiten gibt es ein Bastel-Spektakel mit überraschenden Ideen rund ums Thema Post: das eigene Briefpapier gestalten, schicke Zier-Briefmarken entwerfen, Schreckbriefe schreiben oder eine Umarmung verschicken. Das Schöne am Buch: Herrliche, bunte Illustrationen, genaue Bastelanleitungen -auch für notorische Nicht-Bastler-, und sogar digitale Schreib-Tipps. Die Autorin und Bilderbuch-Künstlerin Antje von Stemm hat schon mehrfach Preise für ihre gelungenen Bücher abgeräumt. Mit "Ab die Post!" verteilt sie beiläufig ein paar augenzwinkernde Seitenhiebe in Richtung Deutsche Post, die beispielsweise "immer wieder mal das Porto erhöht, damit es den Postkunden nicht langweilig wird".

Da hat der Gerstenberg Verlag aber ein cooles Buch im Programm: "Ab die Post!" erklärt ruck-zuck die Basics des Briefeschreibens. Zum Beispiel wie das überhaupt geht. Insofern ist das Buch sogar für die ältere Zielgruppe geeignet, da selbst Abiturienten oft nicht wissen, wie ein Brief richtig adressiert wird. Die Autorin hat aber noch viele andere Ideen, was man sonst noch so per Post und auf anderen Wegen verschicken kann: Ob Konfetti-Inferno, digitale Soundpost, Komplimente-Kettenbrief, Kuschelpostkarte, Urlaubspost für Faulenzer oder sogar sich selbst - das Buch ist randvoll mit tollen Ideen rund um das Thema Post.
Antje von Stemm ist Buchdesignerin, Illustratorin und Autorin und arbeitet im Hamburger Atelier Freudenhammer. Ihre Bücher wurden vielfach ausgezeichnet, beispielsweise mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis.
Ab die Post! - Wie du Briefe schreibst, Überraschungspakete schnürst und Badelatschen verschickst, Gerstenberg Verlag. ISBN 978-3-8369-5875-2. 19.95 Euro (GB)

Wasser marsch!

Neues Bilderbuch für wasserscheue Kinder

Wenn die Badesaison beginnt, sind im Schwimmbad nicht nur Wasserratten unterwegs. "Ich will nicht ins Wasser!", hört man immer wieder von den Kleinen, die Angst vor Nässe und Kälte haben. Der Carlsen Verlag legt passend zur Badesaison ein "wasserscheues Bilderbuch" auf. Mit liebevollen Illustrationen zeigt Günther Jakobs, wie die Ente Emil anfangs Panik vor dem Wasser hat und später nicht genug vom Plantschen und Schwimmen bekommt. Ihr Vorbild ist Henry Schwan, der Emil die Angst nimmt. Ein nettes Bilderbuch, das sich als Vorbereitung für wasserscheue Kinder eignet - aber bitte nur in trockener Umgebung.

Klarer Himmel, pralle Sonne, perfektes Badewetter: Pünktlich zur Eröffnung der Freibäder im Mai erscheint „Schnabbeldiplapp“, das neue Bilderbuch von Günther Jakobs. Mit farbenfrohen und gefühlsstarken Illustrationen und viel Humor macht dieses Bilderbuch nicht nur wasserscheuen Enten Mut. Günther Jakobs arbeitet als freier Illustrator und Autor in den "Ateliers Hafenstraße" in Münster und hat bereits zahlreiche Kinderbücher geschrieben und illustriert.
Zum Inhalt: Auf das Schwimmen freut sich nicht jeder: Ente Emil möchte partout nicht ins Wasser. Das kann Schwan Henry gar nicht glauben und nimmt Emil mit ins Schwimmbad. Emil ziert sich und findet zig Ausreden, um nicht ins Becken zu müssen. Eher aus Zufall klappt es schließlich, dass Emil merkt, wie einfach das Schwimmen ist. Am Ende heißt es: „Ich will noch nicht raus!“
Wie Günther Jakobs‘ neue Figuren Henry und Emil entstehen, zeigt er im folgenden Video: https://www.youtube.com/watch?v=oXO445jF76o
Schnabbeldiplapp, ab 4 Jahren, 12,99 Euro, Carlsen Verlag, gebunden, vierfarbig, 32 Seiten, ISBN: 978-3-551-51508-7. (GB)

Alles rund um die Geburt

Ein Kind gebären, und zwar so selbstbestimmt wie möglich: Das ist neben der Sicherheit, dem Kindes- und Mutterwohl, einer der größten Wünsche von werdenden Müttern. Gerade bei der ersten Geburt sind gute Tipps und sachliche Informationen wichtig. Hilfreich ist das neue "Geburtsbuch" der Journalistin und Mutter Nora Imlau, das alle Themen von dem Vorbereiten der Geburt über zehn Wege, ein Kind auf die Welt zu bringen bis zum Verarbeiten der Geburtserfahrung beinhaltet.
Wie werden hierzulande eigentlich Kinder geboren? Und wie startet damit die Biografie eines jeden Menschen? Was bedeutet die Geburt eines Kindes für die Mütter? "Das Geburtsbuch" der Journalistin Nora Imlau gibt hierauf Antworten.
Von der Hausgeburt bis zum Kaiserschnitt breitet die Journalistin und Mutter Nora Imlau das gesamte Spektrum des Gebärens aus. Welche Stellungen gibt es alternativ zur konventionellen Rückenlage während der Geburt? Wie speziell ist eine Regentonnengeburt? Wie geht eine tiefenentspannte Geburt? Und wie läuft eine Kaiserschnittentbindung ab?

Was passiert bei einer Geburt genau? Welche Techniken helfen gegen Schmerzen? Wie laufen Zwillingsgeburten ab? Welche Stimmungen prägen die Zeit im Wochenbett? Die Autorin stellt einfühlsam dar, wie der Balanceakt gelingt, sich körperlich und seelisch optimal vorzubereiten und gleichzeitig offen zu bleiben für das Unerwartete, das jede Geburt bereithält. Sie scheut auch nicht Enttäuschungen, die Frauen beim Gebären erleben können, zu benennen oder Tabuthemen wie "Gewalt in der Geburtshilfe" anzusprechen. Die Autorin liefert in ihrem Buch nicht nur fundierten Rat, wie die Geburt vorbereitet, erlebt und verarbeitet werden kann, sondern ruft auch gesellschaftlich dazu auf, die Geburt als Ereignis in ihrer Vielfalt zu schützen, zu bewahren und zu fördern.
Noch gibt es eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten des Gebärens in Deutschland. Allerdings ist dieser Reichtum gefährdet, weil der Berufstand der Hebammen zunehmend durch versicherungsrechtliche Auflagen an der Ausübung ihrer Arbeit gehindert wird. Ein ehrliches und engagiertes Buch, das Kerstin Pukall, eine der Pionierinnen der Geburtsfotografie in Deutschland, mit ihren Bildern eindrucksvoll illustriert.
Nora Imlau, Das Geburtsbuch - Vorbereiten - Erleben - Verarbeiten, Beltz Verlag, mit einem Nachwort von Herbert Renz-Polster. 288 Seiten, ISBN 978-3-407-86407-9, Euro 22,95. Erschienen Mai 2016. (red)

Multimediale Tausendsassa

Sachbücher der etwas anderen Art: Der Carlsen Verlag macht mit seinem LeYo!-Programm Bücher lebendig. Richtig gut gelungen sind die beiden Neuerscheinungen "Im Wald" und "Mein großes Musikbuch". Die sehr stabilen und großformatigen Bücher vermitteln nicht nur Wissenswertes, sondern machen interaktiv Spaß. Richtig ins Staunen kommen die jungen Leser, wenn sie die zu den Büchern passenden kostenlosen Apps auf ihr Handy oder Tablet herunterladen. Dann werden aus den Büchern multimediale Tausendsassa. Für den Frühling oder als Ostergeschenk bietet sich insbesondere der Titel „Im Wald“ an. Dieser nimmt Kinder mit auf einen multimedialen Spaziergang durch die heimische Flora und Fauna. Die Leser entdecken Tiere und Pflanzen und erleben den Wechsel der Jahreszeiten. Wenn man mit dem Smartphone oder Tablet über die Buchseiten fährt, erfasst die Kamera des Gerätes einen der zahlreichen „Hotspots“: Es erklingen Tierstimmen und Erzähltexte und Verborgenes wird sichtbar. So kann man einen Blick in das Eichhörnchennest oder in den Ameisenhaufen werfen. Die Neuerscheinung „Mein großes Musikbuch“ hilft spielerisch und interaktiv bei der musikalischen Früherziehung. In Bild und Ton entdecken kleine Virtuosen Noten, Tonleitern und musikalische Genres von Klassik bis Pop.

Während des interaktiven Spaziergangs durch den Wald gibt es auf den acht großformatigen und farbig illustrierten Doppelseiten vieles zu entdecken: In Bild, Text und Ton erklärt das Buch beispielsweise den Aufbau eines Baumes und vermittelt auch komplexe Prozesse wie die Fotosynthese altersgerecht für Kinder im Vor- und Grundschulalter. Mit der App lässt sich das Wissen in verschiedenen Spielen vertiefen: So gilt es beispielsweise anhand des Gesangs den richtigen Vogel auf der Buchseite zu finden oder Trittspuren im Schnee dem passenden Tier zuzuordnen.
Mit „Mein großes Musikbuch" geben Kinder den Ton an: Mit diesem Buch werden Kinder selbst zu kleinen Musikern. Sie können Tonleitern oder einzelne Instrumente anspielen oder lassen ein ganzes Orchester erklingen. Die Texte des Buches erklären kindgerecht, was ein Notenschlüssel ist, was Dur und Moll bedeuten oder was sich hinter Genres wie Klassik, Jazz und Volksmusik verbirgt. In Bild und Ton lädt das Buch zu einem Spaziergang durch die Musikgeschichte, einem Abstecher zum Geigenbauer oder einem Besuch in die Oper ein. Beide Bücher kosten 19,99 Euro. (red)

Plädoyer für Toleranz und Menschlichkeit

Ein hochaktuelles Buch, beruhend auf dem klassischen Drama "Nathan, der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing aus dem Jahr 1779, wird als Sonderausgabe neu aufgelegt: Der Roman "Nathan und seine Kinder" von Mirjam Pressler thematisiert und personalisiert die drei großen Weltreligionen Islam, Juden- und Christentum. Die Handlung spielt zur Zeit der Kreuzzüge in Jerusalem - Trier, Worms und Mainz werden übrigens explizit im Buch erwähnt. Die Sonderausgabe erfolgt anlässlich des 75. Geburtstags der Autorin und Übersetzerin am 18. Juni.

Mirjam Presslers hat mehr als 30 Kinder- und Jugendbücher im Beltz Verlag und zahlreiche Übersetzungen veröffentlicht. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet. Zentral in ihrem Werken ist die Auseinandersetzung mit Geschichte, Kultur und Weltliteratur. Nicht nur durch ihre Übersetzungen aus dem Hebräischen, Niederländischen und Englischen tritt sie als »Botschafterin« einer internationalen Jugendliteratur auf den Plan. Ihr Engagement zur Völkerverständigung zeigt sich auch in ihren Romanen, wie etwa im 2009 erschienen "Nathan und seine Kinder". Mirjam Presslers Neuerzählung von G. E. Lessings Schlüsseltext der europäischen Aufklärung ist provozierend zeitgemäß, aber nicht ohne Hoffnung für ein friedliches Nebeneinander von Islam, Christen- und Judentum. Pressler lässt die einzelnen Protagonisten in einzelnen Kapiteln in der Ich-Form zu Wort kommen. Das Ringen um Liebe, Toleranz und Menschlichkeit, verbunden mit der plastischen Darstellung der Charaktere und dem Leben vor ungefähr 900 Jahren in Jerusalem, machen aus dem Jugendbuch ein poetisches und anrührendes Werk, mit dem sich der Leser identifizieren kann. Vor dem Hintergrund der fortwährenden Spannungen zwischen Religionen und Kulturen ein hochaktuelles und verdient ausgezeichnetes Buch - empfehlenswert.
Beltz&Gelberg Verlag, ISBN 978-3-407-81186-8. Als Sonderausgabe 10 Euro. (GB)

Endlich wieder zelten!

Empfehlenswertes Buch zum Familiencamping

Familienurlaub lässt sich bekanntlich auf verschiedene Art und Weise verbringen. Dabei müssen es nicht unbedingt die derzeit angesagten Kreuzfahrten oder Cluburlaube sein. Abenteuerurlaub mit neuen Freundschaften, den ganzen Tag an der frischen Luft und Familienleben aus ungewohnter Sicht bietet das Zelten. Für Leute, die sowieso vom Camping begeistert sind oder die typischen Zeltprobleme nur zu gut kennen, ist ein neues Buch empfehlenswert. Und natürlich auch für alle diejenigen, die zum ersten Mal Familiencamping machen wollen. "Endlich wieder zelten" von Philip Waechter ist eine Hommage an den Zelturlaub und zeigt gleichzeitig humorvoll, welche Tücken den Zelturlauber im Detail erwarten.

Das Bilderbuch eignet sich für Kinder ab vier Jahren. Lustige Illustrationen zeigen, wie es beim Zelten eben so zugehen kann: Der nervige Zeltaufbau nach langer Autofahrt (und der nun nötige Aufmunterungseinsatz der Kinder), das verstopfte Klo, das wegfliegende Zelt im Unwetter. "Kennt man alles!", denkt sich der campingerfahrene Leser. Umso schöner sind die positiven Seiten des Zeltlebens, wenn Zeltnachbarn sich gegenseitig helfen, Kinder zum ersten Mal alleine einkaufen können und ganz schnell neue Freunde finden.
Zelten ist nie langweilig, findet der Autor. Das stimmt. Ein Hoch auf alle Kinder, die Abenteuer erleben wollen, einfach nur den nächtlichen Sternenhimmel betrachten, Muschelketten basteln, Gruselgeschichten im dunklen Zelt erzählen oder den dicksten Mückenstich ihres Lebens einfangen. Wer es noch nicht probiert hat, bekommt bei der Lektüre garantiert Lust aufs Zelten.
In einer Reihe von Wimmelbildern, Comicstrips, Skizzen und klassischen Bilderbuchzeichnungen erzählt Philip Waechter mit feiner Ironie und genauem Blick für Details aus einer schonungslosen kindlichen Perspektive davon, warum es jedes Jahr wieder zum Campingplatz geht. Philip Waechter, geboren 1968, studierte Kommunikationsdesign an der FH Mainz und lebt als Illustrator in Frankfurt am Main. Er ist Mitglied der Ateliergemeinschaft Labor, mit der er die »Kinder Künstler Bücher« veröffentlicht.
Philip Waechter, "Endlich wieder zelten!" ab 4 Jahren, 1. Auflage 2015, Beltz & Gelberg, Vierfarbiges Bilderbuch, 29 Seiten, EUR 12,95, ISBN 978-3-407-82065-5. (GB)

Kritzelspaß mit neuen Daumenkinos

Die ersten Daumenkinos gab es laut Wikipedia schon vor rund 400 Jahren: Gemeint sind kleine Büchlein, die durch das rasche Abblättern die Illusion bewegter Bilder entstehen lassen. Je nachdem, wie schnell oder langsam das Buch mit dem Daumen abgeblättert wird, erfolgt die "bewegte" Geschichte ebenfalls schnell oder langsam. Die Labor Ateliergemeinschaft legt jetzt im Beltz & Gelberg Verlag neun Daumenkinos von neun verschiedenen Künstlern vor. Alle Bücher haben ein eigenes Thema: Es geht beispielsweise um "Blumenbiester", um die "Tobende Tiefsee" oder den "Fiesen Furz". Die "Kinder Künstler Kritzelkinos" laden ein zum Weitermalen.

Jedes Kritzelkino hat unterschiedliche Bildmotive und trägt eine eigene Handschrift. Die kleinen 80-seitigen Bücher laden ein zum Weitermalen: Ein Teil des Kinos ist vorgezeichnet, der Rest kann dazu gekritzelt werden. Die Bücher kosten 3,20 Euro, sind Anfang Februar 2015 erschienen und eignen sich für Kinder ab sechs Jahren. Hier kann man ein Interview mit einigen der Künstler nachlesen, das der Verlag geführt hat....Kinder Künstler Kritzelkino

Die Schattenmonster sind da!

Neues Such-Pop-Up-Buch zum Gruseln in den eigenen vier Wänden

Grusel-Fans aufgepasst: Passend zu Halloween legt der Beltz Verlag ein druckfrisches Such-Pop-Up-Buch vor. "Schattenmonster" heißt das Buch für Kinder ab fünf Jahren, in dem nur wenig zu lesen ist. Dafür kann man um so mehr erleben: Mit einer kleinen Taschenlampe, die in dem Buch liegt, beleuchtet man die sich aufklappenden Zimmer. Monster lauern im gluckernden Abfluss, unter knarrenden Dielen oder hinter Schränken. Huuuhuhuhuhuuuuhaaahuuh! Gruseliger, witziger Mitmachspaß!

"Schattenmonster" ist ein Gemeinschaftswerk von Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt. Das Duo wohnt nach Verlagsangaben "zusammen mit einigen Monstern in Berlin". Kein Wunder, dass sie offenbar aus eigener Anschauung in ihrem Buch überall Monster versteckt haben. Die Gestaltung ist wirklich überzeugend: Kleine Leser brauchen nur eine dunkle Umgebung - dann kann´s losgehen! Eine kleine Taschenlampfe ist in dem Buch eingebaut. Mit ihr kann man die diversen Räume, die nacheinander aufklappbar sind, ausleuchten und anhand der Schatten die Monster hinter den Möbeln finden. Das scheue Flurmonster Herbert oder die Restefresser Ratz und Putz tauchen auf, während das Monster Wanda durch die Badewanne rudert und strikt dagegen ist, dass das Klomonster Bert zu ihr in die Wanne zieht... Eine witzige und originelle Buchidee! Wetten, dass anschließend auch in eigenen realen vier Wänden überall Monster sichtbar werden?
Das Buch kostet 19,95 Euro, hat 20 Seiten und ist am 6. Oktober 2014 erschienen. ISBN 978-3-407-79583-0. (GB)

Die heimlichen Revolutionäre: Generation Y

Generation X, Y, Golf, Praktikum, Babyboomer, 68-er: Alle Generationen werden von Sozialforschern, Journalisten oder Pädagogen gerne in griffige Kurzformeln gepresst. Nicht unbedingt mit der Absicht, Pauschalurteile herzustellen. Sondern vor allem, um in die Zukunft zu schauen. „Denn Jugendforschung ist Zukunftsforschung“, heißt es in dem neuen Buch „Die heimlichen Revolutionäre – Wie die Generation Y unsere Welt verändert“ von Klaus Hurrelmann und Erik Albrecht. Jugendliche erfassen viel früher als Ältere Trends in Mode, Konsum, Ökologie, Politik oder Sprache. Bei aller Skepsis gegenüber Verallgemeinerungen und Pauschalierungen: Das Buch ist eine eindrucksvolle Zusammenfassung, wie die Lebenswelt der heute 15- bis 30-Jährigen aussieht, wie sie ticken, auf was sie Wert legen. Und wie ihre Arbeitgeber gestrickt sein sollten, damit die sehr gut ausgebildete Generation möglichst gut im Arbeitsalltag integriert wird.

„Generation Y“: Wer genau diesen Begriff erfand, ist nicht genau auszumachen. Offenbar folgt er dem Namen „Generation X“ im Alphabet einfach weiter und wird weltweit verwendet. Dabei gibt es im englischen Sprachraum noch andere Begriffe für die heute 15- bis 30-Jährigen: MeMeMe Generation, iGeneration, Net Generation oder Millenials etwa. Die Generation Y (auf Englisch wie ´why` ausgesprochen, ´warum`) stellt alles in Frage: das Familienleben, den Arbeitsalltag, Politik und Freizeit. Mit dem Internet sind die jungen Leute aufgewachsen, der Umgang ist selbstverständlich. Und noch etwas kennzeichnet die Generation Y: Noch nie gab es so offene Lebensläufe. Die früher selbstverständlichen Übergänge von einer Lebensstation in die nächste fehlen, heute gibt es weniger zu erwartende Abläufe. Daraus resultiert einerseits eine große Freiheit, andererseits kann es als Belastung empfunden werden, seine eigene Zukunft nicht vorhersehbar zu sehen.
Arbeitslosigkeit, Internetblase, Finanzkrise, Fukushima, europäische Schuldenkrise: In der Jugend haben die Ypsiloner viele Krisen erlebt. Tatsächlich hat diese Generation jetzt aufgrund der demografischen Entwicklung so gute Chancen wie noch nie – ihre Berufs- und Karrierechancen sind sehr gut. Sie sind leistungsbereit, auch unter harten Wettbewerbsbedingungen. Allerdings erwarten sie von ihren Arbeitsgebern auch Abwechslung und spannende Aufgaben. „Spaß statt Geld, bewusst Auszeiten nehmen, Treue gegenüber dem Arbeitgeber – aber nicht lebenslänglich“: Thesen dieser Art lassen sich in dem 240-Seiten-Buch kurzweilig nachlesen. Quellen zu renommierten Studien bezeugen die Verlässlichkeit der Aussagen, mit denen so mancher als Elternteil eines Ypsiloners den eigenen Nachwuchs deutlich charakterisiert wiederfinden wird. „Das Bild dieser Generation gerade gerückt zu haben, das ist das Verdienst dieses Buches“, urteilt DeutschlandRadio Kultur.
Klaus Hurrelmann, Erik Albrecht: Die heimlichen Revolutionäre. Beltz Verlag, ISBN 978-3-407-85976-1; 18,95 Euro. (GB)

"Klär mich auf": 101 echte Kinderfragen

Aufklärungsbücher gibt es viele. Selten aber sind die Bücher so unverkrampft und offen, wie das neue Buch "Klär mich auf" von Katharina von der Gathen. Es beinhaltet in Form eines Blocks mit Spiralbindung 101 authentische Kinderfragen, auf die die Autorin ehrliche, gute und respektvolle Antworten findet. Die Fragen stammen von Grundschulkindern, die sie anonym in eine Zettelbox für die Sonder- und Sexualpädagogin von der Gathen in Aufklärungs-Workshops warfen.
Es galt das Versprechen: Jede Frage soll beantwortet werden. Besser kann ein Aufklärungsbuch nicht gelingen: Denn hier geht es um die Fragen, die wirklich Kinder auf der Seele brennen. Lustig, manchmal nachdenklich, einfühlsam, auch mal überzogen gibt es zu jeder Frage-Antwort-Seite eine Illustration von Anke Kuhl, der hier wirklich eine "coole" Leistung gelungen ist.

Wer war der erste Mensch, der Sex hatte? Warum hängen die Busen runter? Kann man auch nicht in die Pubertät kommen? Kinder bestimmen selbst das Tempo ihres Aufklärungsbedarfs. Was Kinder im Grundschulalter wissen wollen, ist klipp und klar in dem neuen Buch zusammengetragen. Inklusive Schreibfehler der Kinder und in Originalhandschrift. Und so kommt das Buch genauso daher, wie Kinderfragen nun mal sind: direkt, neugierig, pointiert, ungeordnet und impulsiv. Die Autorin antwortet schnörkellos und sachlich, aber einfühlsam. Illustratorin Anke Kuhl, von Trierkids.de schon mehrfach für ihre coolen Menschenbilder mit den glasigen Kulleraugen gelobt, trifft mit ihren Bildern erneut den richtigen Ton und setzt den Kinderfragen mit viel Humor noch eines drauf. Ihre cartoonartigen Bilder entlocken kleinen und großen Lesern nicht nur bei der Frage "Kann man bei Sex sterben?"mehr als ein Schmunzeln. Und so sollte es ja wohl auch sein: Ein auf- und anregendes Thema. Fazit: Lockerer als mit "Klär mich auf" kann das Thema Aufklärung nicht gelingen. (GB)
Gathen, Klär mich auf, Klett Kinderbuch Verlag, 978-3-95470-103-2, 14,95 Euro.

Ein Schwein im Kindergarten

Buchtipp für Kindergarten-Neulinge und kleine Kita-Profis

TRIER. Heute gibt es einen Lesetipp für Kinder ab drei Jahren. Das Bilderbuch mit Text von Johanna Thydell (Illustration: Charlotte Ramel) erschien als schwedische Ausgabe bereits in 2012 und wurde 2013 beim Klett Kinderbuch-Verlag veröffentlicht. Jetzt hat eine Jury von 200 Kindergartenkindern das Buch "Ein Schwein im Kindergarten" aus einer Konkurrenz von 20 Bilderbüchern zu ihrem Lieblingsbuch des Jahres 2014 gekürt.

Kinder aus 18 Kindergärten in und um Verden haben das Bilderbuch „Ein Schwein im Kindergarten“ aus einer Konkurrenz von 20 Bilderbüchern zu ihrem Lieblingsbuch des Jahres 2014 gekürt. Die bei den Kindern beliebte Aktion wird von einer Buchhandlung organisiert und könnte vielleicht auch hiesige Buchhändler zum Nachmachen anregen. Nicht immer treffe der erwählte Titel den Geschmack der Erzieherinnen – aber darum ginge es auch gar nicht, teilt eine Verlagssprecherin mit. Denn bei diesem Preis entschieden die Kinder allein.
„Ein Schwein im Kindergarten“ erzählt von einem einsamen Schwein, das einen herrlichen Tag zusammen mit den Kindern im Kindergarten verbringt - von den Erzieherinnen unbemerkt. Denn die Kinder lassen sich allerhand einfallen, damit das Schwein nicht auffällt. Bis es entdeckt wird und wieder zurück in sein Gehege muss. Aber die Kinder und ihre Erzieherinnen haben eine Idee.…
Ein witziges und aufregendes Buch über Einsamkeit und den Wunsch dazu zu gehören, über Fremdsein und Freundschaft. Und auch über das schöne Leben im Kindergarten.
Ein Schwein im Kindergarten, 32 Seiten, gebunden, 13,95 Euro, ISBN 978-3-95470-076-9. (red)

Zuckerpass und Blutgrätsche

Buchtipp für kleine und große Fußball-Fans

Das Buch "Zuckerpass und Blutgrätsche - Wahre Geschichten rund um den Fußball" von Christian Eichler erschien bereits im Jahr 2010. "Macht nix!", findet Trierkids.de. Denn das Buch liefert dermaßen kenntnis- und detailreiche Informationen über Fußballspieler, Tore, Trainer und Spiele, dass wir es hier heute gerne weiter empfehlen. Das Beste daran: Die Geschichten sind wahr.

Der Sportreporter Christian Eichler erzählt die erregendsten Momente der Fußballgeschichte für Kinder und Erwachsene nach. So erfährt man, wie der kleine Lionel Messi dank der berechnend hoffnungsvollen Fürsorge des FC Barcelona endlich wachsen konnte – und was das für seine Familie bedeutete. Verfolgt wird nicht nur das berühmte Wembley-Tor, sondern auch der Weg, den der Ball anschließend nahm. Man lernt die verrücktesten Torhüter kennen und ein „böses“ Kapitel führt schließlich an die menschlichen Abgründe des Spielfelds.

Vermutlich werden Väter (und fußballbegeisterte Mütter) mindestens genauso viel Interesse an dem Buch haben wie der Nachwuchs. Es geht beispielsweise um den König aller Tricks, den Brasilianer Garrincha, der mit einem O-Bein und einem X-Bein andere Spieler austrickste, Weltmeister wurde und schließlich als 49-Jähriger im Elendsviertel starb. Oder um schmerzhafte Eigentore und um Tiere, die beim Fußball entscheidende Rollen spielten - darunter eine Möve, auf deren Schnabel ein Ball abprallte und im Netz landete. Toor! Elfmeterschießen vom einsamsten Punkt im Stadion oder Fanclubs: Autor Christian Eichler kennt den Fußball und die besten Spieler der Welt aus dem eff-eff. Er ist Sportjournalist und hat mit Zuckerpass und Blutgrätsche sein erstes Kinderbuch geschrieben. Und zwar aus der Gefühlswelt eines Neunjährigen, als er Hinterhofkicker war. Das Buch ist im Klett Kinderbuch Verlag erschienen und kostet 12,90 Euro. ISBN 978-3-941411-25-8. (GB)

Vier Freunde, vier Schatten

Spannender Kinderkrimi aus dem alten Berlin: "Die Schattenbande legt los!"

Dem Autorenduo Gina Mayer und Frank M. Reifenberg ist mit dem Buch "Die Schattenbande legt los!" ein durchweg spannendes Werk für Mädchen und Jungen ab zehn Jahren gelungen. Das Detektiv-Quartett Klara, Otto, Paule und Lina lebt im Berlin des frühen 20. Jahrhunderts. Manchmal erinnert das Buch an den Kästner-Kinderbuchklassiker "Emil und die Detektive". Sowohl die Sprache als auch Lebensumstände und Beschreibung alltäglicher Verhältnisse lassen das alte Berlin lebendig werden. Dennoch ist die Geschichte modern angelegt und bis zum Ende spannend - inklusive Schusswechsel, Besuch im Leichenschauhaus und Einbau von realer Geschichte.

Schiebermütze, Knickerbocker, Automobil, die Elektrische, Varieté der 20-er Jahre, Schupos, Stulle...einige Begriffe werden Kinder vielleicht nicht auf Anhieb verstehen - hier wäre ein kleines Glossar nicht schlecht gewesen. Denn mit zwei Karten des alten Berlins bemühen sich die Autoren um authentisches Anlegen ihrer Geschichte. Aber auch für Nicht-Berliner ist die Geschichte lesenswert.
Das klassische Detektivquartett ist charakterlich gut gezeichnet und wird zu Beginn des Buches übersichtlich vorgestellt. Die Autoren fackeln nicht lange und legen bereits auf der zweiten Seite mit einem missglückten Taschendiebstahl und einer anschließenden Verfolgsjagd von einer Dame mit Bart los. Dann wird´s unheimlich: Ein Mord geschieht, der einem der "Schatten" der Bande in die Schuhe geschoben wird. Gemeinsam klären sie das Verbrechen. Dabei wird nebenbei ihre schwierige Lebenssituation als quasi Obdachlose gut dargestellt. Das 235 Seiten lange Buch hat ein ansprechendes Cover und wird durch die vielen Illustrationen von Gerda Raidt sehr schön aufgelockert. Insgesamt 21 Kapitel machen den Lesestoff übersichtlich, auch der Preis ist mit 12,99 Euro okay. Wem die Schattenbande gefällt: Gleichzeitig mit dem ersten Band ist ebenfalls im Bloomoon-Verlag ein zweiter Band erschienen: "Die Schattenbande jagd den Entführer". Dort gelingt den Autoren auch gleich zu Beginn ein spannender Einstieg, als die Kinder, vermummt mit allem, was sie anzuziehen haben, unter dem winterlichen Frost leiden. Beide Bände gibt es als Print und ePub-Ausgaben.

Die Schattenbande legt los! Band 1, ab 10 Jahren, ISBN: 978-3-7607-9936-0; Die Schattenbande jagt den Entführer, Band 2, ab 10 Jahren, ISBN 978-3-8458-0358-6.

Surreale Welt um Tod und Neuanfang

Neues Jugendbuch über Tod, Verlust und Neubeginn

Immer wieder legt der Bloomoon Verlag traum- oder parabelhaft angelegte Bücher wie "Minous Geschichte" auf. Das neue Jugendbuch "Wie wir das Universum reparierten" für Jugendliche ab 12 Jahren greift in manchmal humorvoller, zugleich aber auch trauriger und verwirrender Weise die Themen Tod, Verlust und den Versuch eines Neubeginns auf. Die Geschichte ist alles andere als "normal" angelegt. Die Autorin Polly Horvath (Übersetzung: Katrin Behringer, Cover: Joelle Tourlonias) schafft einen verstörend raschen Einstieg, als buchstäblich durch die Tür die schlimme Nachricht ins Haus platzt: Die Eltern von zwei Cousinen sind bei einem Zugunglück ums Leben gekommen.

Ein paar Dutzend Seiten genügen, um die Lebenswelt der Protagonistin Meline völlig aufzulösen und sie in eine aberwitzig surreale neue Umgebung quasi zu "beamen". Wie im Zeitraffer, umnebelt von spotartigen Eindrücken, findet sich Meline mit ihrer Cousine in ihrem neuen Zuhause bei ihrem Onkel auf einer einsamen Insel wieder. Abgesetzt von einem Hubschrauber, ohne jegliche Kontakte, mit einem ihnen völlig fremden Onkel, der exzentrisch und weitgehend sprachlos lebt. Menschenscheu, abwesend, reich ist der Onkel, der am Ende ein Familiengeheimnis um Tod und Verlust von Familienangehörigen preisgibt. Was sich unwirklich anhört, stellen die Romanhelden als eine Art Innenschau eher distanziert aus wechselnder Perspektive in Ich-Form dar. Dabei nimmt die Geschichte durchaus skurrile bis witzige Züge an. Eine Haushälterin wird angestellt her, die für Leben und Normalität sorgt. Sie ist es auch, die einen Butler anheuert, der gleich noch eine Katze mitbringt.
Das Buch greift die Themen Tod, Sterben, Verlust und Neuanfang in einer bizarren Lebenswelt frei von Gefühlsduselei auf. Schade nur, dass die vielen Hintergrundinfos zu den Lebensgeschichten der einzelnen Personen erst am Ende auf den Tisch kommen. Da hätte man schon an früheren Stellen etwas mehr einflechten können. Dennoch: durchaus lesenswert und außergewöhnlich. Das Buch "wie wir das Universum reparierten" hat 304 Seiten und kostet 14,99 Euro. ISBN: 978-3-8458-0199-5. (GB)

Ein Pfunds-Mädchen zum Knuddeln

(Vor)-Lesespaß mit einem liebenswerten Power-Mädchen: "Hedvig! - Das erste Schuljahr"

Temperamentvoll, voller verrückter Ideen, selbstbewußt: Hedvig wohnt nicht am Ende der Welt. Sie wohnt nach der Vorstellung der Autorin Frida Nilsson sogar dahinter. Mit viel Humor, Ironie und treffsicherem Blick für urkomische Situationen schreibt Frida Nilsson über die Erlebnisse von Hedvig in ihrer schwedischen Heimat. Natürlich wohnt sie in einem roten Holzhaus. Zusammen mit Vater und Mutter und gaaanz viel Natur. Höchste Zeit also, dass Hedvig in die Schule kommt und endlich Abenteuer besteht. Daran mangelt es in dem handlichen Büchlein wirklich nicht. Beim Einkaufen oder Aushecken toller Ideen, in der Schule oder im Urlaub fallen Frida Nilsson immer wieder herrlich peinliche Situationen ein, die Hedvig und ihre Umgebung in ziemliche Schwierigkeiten bringen.

Hedvig wohnt in einem roten Holzhaus, mit ihren Eltern, einem Schaf, einigen Hühnern, einem Hund, zwei Katzen – aber ohne beste Freundin. Denn Hedvig ist das einzige Kind weit und breit. Der nächste Nachbar ist ein Mann, der Bagger fährt. Dann gibt es noch einen Junkie und viel Moor. Daher ist Hedvig verständlicherweise schon ganz begierig auf die Schule, die sie ab den Sommerferien endlich besuchen darf. Nicht strahlend lächelnd, sondern blass und übernächtigt wie kleine Gespenster beginnen die Kinder ihren ersten Schultag. Als Hedvig dann noch ausgerechnet neben der "Grimmigen mit der Stupsnase" sitzen muss, findet sie, dass sie doch lieber bis zum Rentenbeginn im Garten spielen möchte. Doch das Mädchen mit der Stupsnase wird nach wenigen Minuten zu Hedvigs Busenfreundin, mit der sie fortan tolle Abenteuer besteht. Wenn ihre verrückten Ideen bloß nicht immer anders ausgingen als gedacht.... Wie hätte Hedvig denn auch darauf kommen können, dass Kaulquappen keine Sahne mögen, Rickard vom Seifenwasser in seiner Trinkflasche spucken muss und die Blumen, die sie für Mama pflückt, eigentlich der Nachbarin gehören?
Bebildert ist das kleine 173 Seiten-Buch von Anke Kuhl. Alles zusammen ergibt köstlichen (Vor)-Lese-Spaß über ein liebenswertes Power-Mädchen, das vor Ideen sprudelt und seine Umwelt in Atem hält. Das Buch ist bei Gulliver von Beltz&Gelbert im März 2014 verlegt. 6,95 Euro, ISBN 978-3-407-74453-1. (GB)